Morning Glories Band 1

Rezension: Morning Glories, Bd. 1 – Für eine bessere Zukunft

Morning Glories Band 1
Morning Glories Band 1

 

 

Nach langer Zeit die zweite Rezension. Diesmal widme ich mich dem High-School-Thriller „Morning Glories“ aus dem Hause Panini Comics.  Aber schon bei dem Genre fällt es mir schwer den Comic als einen Thriller zu sehen, weil in Morning Glories soviel reingepackt wurde, dass das Bild der eierlegenden Wollmilchsau naheliegt.Was habe ich also alles in Morning Glories an Versatzstücken ausmachen können?

 

– Experimentalhorror als Rahmen des Ganzen

– Familiendramen

– Mysteryschnipsel mit blutverschmierten Wänden usw.

– Klongeschichten (kann aber auch der Zeichenstil sein)

– Geistergeschichten

Für sich genommen sind das interessante Ansätze, aber natürlich viel zu viele. 

Worum geht’s?

Mehrere Teenager werden in die Akademie „Morning Glories“ verfrachtet. Als Hauptperson kann man wohl Casey ausmachen, die, SPOILERWARNUNG, am Ende des ersten Kapitels ihren toten Eltern im Keller der Akademie findet. Das, es nicht mit rechten Dingen zugeht, erfährt man schon am Anfang als alle Teenager, während der Hinfahrt zur Akademie künstlich eingeschläfert werden.

Im Laufe des Comics kommen dann alle Elemente von oben dazu und ich dachte beim Lesen: “Interessiert das die Teenager überhaupt?“ Das fängt bei Casey an, die nach dem Entdecken ihrer toten Eltern weiterhin alles so cool weglächelt, als wären ihre toten Erzeuger dasselbe wie eine verstopfte Toilette. Später weint sie zwar in den Armen einer der austauschbaren Nebenfiguren, aber letztlich nehme ich keinem Charakter eine richtige Emotion ab. Selbst die Gegenspieler, in diesem Band vorrangig die Lehrerin Miss Daramount, nervt mit ihrer übertriebenen Coolness anstatt als reale Bedrohung rüberzukommen. 

Und wie ist der Zeichenstil?

Dazu passt der aufpolierte Zeichenstil, in dem alles immer klinisch rein wirkt, selbst wenn Blut an den Wänden klebt. Ebenso hölzern und zumeist übertrieben ist die Mimik und Gestik der Figuren als wäre man in einem B-Movie oder einer Folge „Mitten im Leben“ gepaart mit Akte X-Phänomenen.

Warum funktioniert der Comic nicht?

Nur widmete sich Akte X einem mysteriösen Phänomen, bei „Morning Glories“ sind es ein großer Haufen Erscheinungen, die dann auch immer nur kurz ihre Wirkung entfalten können. Zudem man bei diesem Machwerk mit viel zu vielen Fragezeichen zurückgelassen wird, das soll zwar ihr Vorteil sein, ist aber aufgrund der vielen Elemente einfach zu überfrachtet. Viele sehen vielleicht den Vergleich zu „LOST“, aber LOST hat seine vielen Mysterien dem Zuschauer langsam nähergebracht und nebenher spannende Charaktere gezeigt. Und in Morning Glories gibt es da keine einzige sympathische Figur.

Ihr merkt schon, dass wird keine Kaufempfehlung von mir. 

0/10 Punkten

Positiv: Der Anfang mit dem explodierenden Klassenzimmer oder die Stelle, an der Casey einen Kerl im Flur nicht anschaut um der typischen Verlieben-auf-Highschoolflur aus dem Weg zu gehen

Negativ: Der ganze Rest: Story + Zeichenstil

 

Nähere Angaben

Titel: Morning Glories, Bd. 1: Für eine bessere Zukunft 

Autoren: Nick Spencer, Joe Eisma, Robin Esquejo

Verlag: Panini Manga und Comic

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