Iron Man: Extremis (lesbar auch ohne eiserne Lunge)

Ich habe mich schon immer gefragt,wie es wäre mit einem Supermodel zusammen zu sein. Ich glaube gar nicht so spannend wie jeder glaubt, denn ich denke hinter jedem Supermodel steckt ein hohler Kern. Das heißt hübsche Verpackung – nichts dahinter. 

Und so erging es mir des Öfteren bei Comics. Du kaufst dir einen Comic mit einem super schönen Cover, mit opulentem Artwork und denkst dir, wenn es draußen schon so aussieht, wie geht dann drinnen erst die Post ab?!

Jetzt ist Iron – Extremis das erste Mal, dass ich einen Comic mir geholt habe, der von Außen nach Innen mit derselben grafischen Qualität kommt. 
Aber eins nach dem Anderen. 

Worum geht´s?

Tony Stark schlüpft in seine golden-rote Rüstung um das Ergebnis eines Forschungsprojektes mit dem Namen Extremis aufzuhalten. In dem Fall hat sich das Testobjekt Mallen mit Töten selbstständig gemacht und bringt erstmal zahllos Leute um. Iron Man bekämpft ihn und will gleichzeitig demonstrieren, dass er mit Iron Man keine Waffe geschaffen hat. Denn im gesamten Band werden am Rande auch immer wieder die Fragen gestellt, ob Tony Stark gut oder schlecht ist, da er früher Waffen hergestellt hat. Das ist ein schöner Beitrag zur Diskussion „Wissenschaft im Dienste des Krieges“, jedoch der Rest des Bandes ist mitunter teils sehr vorrausschaubar und langweilig. 

Wie schaut´s aus?

Damit kommen wir auch zu einem der Knackpunkte für mich. Die Zeichnungen in jedem einzelnen Panel sind super gestaltet, stimmungsvoll und an sich kleine Kunstwerke. Aber hier kommt jetzt das Problem für mich als Superheldencomicleser: Wenn jedes Bild eine Art kunstvolles Stilleben ist, kommt der Lesefluß ins Stocken. Und so gucke ich mir zwar die hübschen Bilder an, empfinde aber keine Spur Dynamik, was ich schade finde. Es unterstützt auf jeden Fall die dröge Story. 

Die zeichnet sich auch gern mal durch schlechte One-Liner ab, wo ich erstmal lachen musste, obwohl die Szene eigentlich brenzlig sein sollte. Mallen hebt ein Auto hoch und will es auf Iron Man schmeißen und kommentiert das mit den Sätzen: „Ich mach dich in deiner Rüstung zu Matsch. Wie rote Sosse in der Dose.“ Hat man nichts Besseres zu tun, als den billigsten Reim zu finden, während man Leute mit einem hochgehobenen Auto bedroht?

Iron Man: Extremis gehört zur Marvel Comicsammlung und ist, glaube ich, die erste Ausgabe zum normalen Preis 12,99. Die vorigen Bände waren aus Prmotionszwecke günstiger. 

Lohnt sich der Kauf?

Ich denke der junge männliche Superheldencomicleser könnte seinen Spaß durchaus haben, jedoch wer mehr Anspruch möchte, lässt dann doch die Finger davon. Für Fans werden noch redaktionelle Extraseiten angeboten und die Hardcoveraufmachung mit individuellen Rücken ist qualitativ hochwertig.

Und wie war das jetzt mit den Supermodels?

Wenn ich recht drüber nachdenke, möchte ich bei Comics weiterhin einen dynamischen Zeichenstil im Heft und ein schönes Cover. Würde bedeuten, ich möchte weiterhin eine schöne Verpackung und das dahinter muss stimmen. So rette ich mich auf jeden Fall aus meiner Supermodelmetapher, bei denen vielleicht mehr dahinter steckt als man denkt.

Bewertung 7/10

Positiv: 
– Aufmachung 
– Redaktionelle Extraseiten
– Kritische Diskussion über Wissenschaft um Krieg am Rande

Negativ:
– Dröge Story
– leider keine Dynamik
– „Rote Sosse aus der Dose“

Nähere Angaben
– Titel: Iron Man – Extremis
– Autor: Warren Ellis & Adi Granov
Beschreibung: http://www.amazon.de/Iron-Man-Extremis-Warren-Ellis/dp/3862015998/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1361709343&sr=8-1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *