The Walking Dead – Das Spiel oder: Adoptionsverfahren während der Zombie-Apokalypse

The Walking Dead – Das Spiel
The Walking Dead – Das Spiel


“Ein Spiel kann doch nicht so gestaltet sein, dass du dich selber besser kennenlernst das ist Bullshit.“
So lautet eine Äußerung zu dem Spiel “Walking Dead“ aus meinem Bekanntenkreis und ich argumentiere hiermit rhetorisch raffiniert zurück: Doch.

Was ist Walking Dead?

Walking Dead ist vor allem ein Universum, in der eine Zombie-Apocalypse wütet. Dabei liegt der Fokus bei dieser Serie auf den Menschen und ihre Schicksale. (ähnlich wie bei George A. Romeros ….of the Dead-Filme, die auch immer ein sozialkritisches Statement geliefert haben)

1.Runde: Das Spiel

In meinem ersten Artikel zu dieser Reihe behandle ich das Spiel zu der Reihe.

Das Spiel dreht sich um das Schicksal von Lee Everett. Wir lernen ihn zuerst in einem Polizeiwagen kennen, in dem er wegen eines verbrechens ins Gefängnis gebracht werden soll. Dazu kommt es dann doch nicht, weil sich ein fleischhungriger unterdurchschnittlich intelligenter Mensch auf der Fahrbahn rumlümmelt, kurz gesagt: Familie Zombie ist angekommen. So trefft ihr direkt zu Anfang ein paar Entscheidungen um das Spiel besser kennenzulernen. Es wird euch in der Standardseinstellung mitgeteilt, was für Auswirkungen eure Auswahl hatte.

Und das ist der Aufbau des ganzen Spiels: Entscheidungen, Entscheidungen, Entscheidungen. Manche wirken sich weniger aus, manche mehr. Aber eins werdet ihr lernen, euch selber besser kennen. Schließlich trefft ihr früh auf Clementine, ein kleines Mädchen, dass auf seine Eltern wartet. Ihr nehmt sie mit und entscheidet euch während des Spiels immer wieder, ob ihr euch gegenüber ihr moralisch und wahrheitsgemäß verhaltet. Und das Schöne ist, dass dieses Kind nicht nervt. Es gibt soviele Kinder, die in Filmen in ihrer Klugscheißerart nerven, aber Clementine ist zutiefst liebenswert. (Sind digitale Adoptionen schon den Analogen gleichgestellt?) Als Spieler würdet ihr euch natürlich typischerweise für die beste Alternative entscheiden, die euch am meisten bringt, aber mit Clementine an der Seite bekommt die Sache einen moralischen Charakter.

Die Geschichte ist in einzelnen Episoden spielbar, jedoch wirkt sich jede Entscheidung auf die nächste Episode aus. Jedoch muss man zugeben, am Schluß der ganzen Serie bemerkt man, dass dieses Entscheidungssystem nicht so konsequent Auswirkungen auf das Ende hat wie angenommen. Ist aber letztlich egal, die Story packt einen einfach.Und ohne nur irgendwie zu spoilern sei gesagt, dass das Ende einen zum Heulen bringt, garantiert.

Was ist nicht so dolle?

Negativ ist die Umsetzung des Spiels. Ein paar Mal sind in meiner PS3-Fassung Fehler aufgefallen,in denen das Spiel keine Eingaben am Controller angenommen hat. Am schlimmsten war für mich ein Bug, der bei einem Gespräch während einer Zugfahrt passiert ist. Dort verselbstständigt sich die Kamera und dreht sich dauernd im Keis um das gesamte Spielareal. Erinnerte an die typischen Zugfahrten während eines Programmloches bei CenterTV.

Von mir bekommt das Spiel zur Serie, aufgrund der interessanten Geschichte und der guten Charaktere eine definitive Kaufempfehlung, einzig technische Mängel trüben den Spielspaß ein wenig. Womit wir wieder am Anfang wären. Entscheidungen aufgrund zwingender Umstände, gepaart mit moralischen Fragestellungen in Form eines Kindes lassen dich sehr wohl dich besser kennenlernen. Einfach probieren, ist kein Bullshit, sondern Holy Shit!

Positiv:
 – Story
– Charaktere
– Entscheidungssystem

Negativ:
– Technische Mängel
– Entscheidungen haben nicht ganz Auswirkungen bis zum Schluß

Punkte: 9/10

Beschreibung:
Titel: The Walking Dead
Entwickler: Telltale Games