Phantomias kehrt zurück oder: Das erste Mal mit einer Ente mit Umhang

Phantomias – In der Mitte neu, an denen Seiten alt



Wir alle kennen Donald Duck. Aber wusstet ihr auch, dass Donald Duck mittlerweile eine schizophrene Persönlichkeitsstörung besitzen müsste? Bei den Lustigen Taschenbüchern ist er mittlerweile nicht nur der treusorgende Onkel dreier Neffen, sondern auch Geheimagent 00 Doppelduck und ,schon sehr viel länger, der Superheld Phantomias. Und ab hier wird es für mich persönlich.

Großer persönlicher Exkurs

Wer jetzt kein Bock hat, meine ersten Leseempfindungen bezüglich Comics mitzulesen, der springt einfach zur nächsten fetten Überschrift, dort geht es dann endlich auch um den heute zu besprechenden Comic: „LTB Premium: Phantomias kehrt zurück“

Aber was ist jetzt an Phantomias so besonders? Jeder ist schonmal mit Comics in Kontakt gekommen. Auch wenn ihr es nicht zugeben wollt, ihr hattet alle schon mal den Um-die-Ecke-Gucker, das Agentenset oder das Schlaue Buch zum Sammeln. Und diese Comics gehörten unwiderruflich zu dem Comicheft „Micky Maus“. (Und natürlich dem YPS) Lassen wir mal die Gimmicks und Tipps & Tricks beiseite und konzentrieren uns auf die schönen Bildchen, die man mit zu den Comics dabeibekommen hat. Meist gab es in der ersten Geschichte, ein lustiges Abenteuer, in denen zumeist Donald einen neuen Job ausprobiert hat. Im Mittelteil waren dann eher die Nebenfiguren im Vordergrund und am Ende traf man auf das erste Prinzip von den späteren Superheldencomics, die ich gelesen habe: die Fortsetzung.

Wenn man aber sich für die Geschichten interessiert hat, dann hat man sich im nächsten Schritt ein Lustiges Taschenbuch gekauft. Das LTB hatte nur Geschichten ohne Gimmicks. Da hat sich dann die Spreu vom Weizen getrennt, d.h. die Nur-Gimmickkäufer begannen dann sich mehr in Lego oder Sonstiges zu investieren.

Im LTB traf man dann auf Donald auch mal in seiner zweiten Identität, als Phantomias. Typisch im humoristischen Stil mit witzigen Gimmicks ausgestattet, wie Sprungfedern oder einer Laserpistole. Aber die Laserpistole war schon relativ modern für die LTBs. In diesen war natürlich Daniel Düsentrieb konsequenter Lieferant technischer Neuerungen, die immer sinnvoll im Einsatz verwendet wurden. Es war aber noch nicht die Art von Coolness da, die in den späteren Phantomiasgeschichten folgen sollten. Das erkannte man aber auch daran, dass sich später zahlreiche Helden folgten. Vetter Dussel war dann mal Phantomias oder Daisy entwarf ihren feministischen Ansatz einer Phantomime.

Eines Tages war ich wieder auf der Jagd nach dem nächsten LTB am liebsten wieder mit den humorvollen Action-Abenteuern von Donald im Superheldenkostüm. Da durchwühlte gerade man friedlich den Zeitschriftenstapel um den Status der „Micky Maus“ auch zu prüfen, da lag inmitten des Comicstapels das Heft „Phantomias – Die neuen Abenteuer“. Ich weiß noch das Donald als Phantomias vor einer riesenhaften Eule eine gute Figur machte und ein riesiger grüner Entenkopf eine wichtige Rolle spielten. Und dann war der Moment gekommen, in dem ich den Rest meines Lebens gefangen bleiben würde. (Gott wie pathetisch)

Phantomias, der Neue, hatte viel Gimmicks, Technik und vor allem Strahlen aller Art. Laserstrahler vor allem. Zeitreisen. Und etwas, was man Frauen in Entenform nennen könnte. Aber vor allem Laserstrahlen. Und zudem gab es eine Geschichte, dfie über das alles gelegt war. Phantomias gegen die Evronianer (Bewohner des Venus). Und Phantomias war damit mein Übergang von Enten zu Supeherlden mit einer Superheldenente. Und er ist immer noch verdammt cool. Vielleicht werdet ihr jetzt verstehen, warum meine Rezension diesmal nicht ganz so neutral wird.

Der neue Phantomias kehrt zurück – die Rezension

Dieser Phantomiasband ist Teil einer neu eingeführten LTB-Reihe, nämlich die der LTB-Premiumreihe. Die erste Ausgabe war mit Phantomias, der zweite mit einer Ansammlung von Entenhausener Helden und danach kam Micky X – Akte X meets Maus. Schließlich ist dieser zweite Phantomiasband das aktuellste Taschenbuch. Ich empfehle dringend die Lektüre des ersten Bandes, denn ohne den wird man vieles nicht verstehen. Am einfachsten erklärt, ist, dass Phantomias gegen außerirdische Invasoren kämpft- die Evronianern. Er wird unterstützt von einem illustren Ensemble verschiedener Charaktere, darunter der ewig nervende Reporter Konrad Kiwi, der Phantomias so sehr hasst, wie Jonah J. Jameson Peter Parker. Der Band ist eine Sammlung mehrer Phantomiashefte, die vor allem in Italien unter dem Namen Paperinik bekannt wurden. 

Was ist gut?

Das konsequente Sci-Fiction-setting wird hier gut etabliert mit einer genialen Datenmaschine, ausserirdischen Invasoren und Zeitreisenden. Die Themenvielfalt ist trotz der einfachen Geschichte ,Phantomias gegen die bösen Evroniaer, groß. Es geht um Vertrauen, Illusion und vieles mehr. Der Disneyhumor wird in kleineren Szenen  bewiesen und stört nicht den sonst actionlastigen Aufbau. Auch schön sind die Bonusgeschichten, in denen Phantomias verschwunden ist und die Nebencharaktere mehr ausgeleuchtet wurden. Konrad Kiwi kriegt in dem Fall noch mehr Geschichten, die sind relativ dröge zu den anderen und in einem schwächeren Stil gezeichnet. 

Gezeichnet für Phantomias

Überhaupt der Stil ist gleichbleibend. Während das lustige Taschenbuch unterschiedliche Zeichner ranlässt, variiert der Zeichenstil höchstens ein  bis zweimal, aber beide Stile sind harmonisch und ordnen sich der Geschichte unter. 

Was ist nicht so dolle?

Die Bonusgeschichte mit Konrad Kiwi wirkt etwas dröge und des Öfteren hat man in der Hauptgeschichte das Gefühl Phantomias ist zumeist nur der Ausführer von Eins, der hausinternen Computerintelligenz des Ducklair Tower, in dem Phantomias sein Hauptquartier hat. Einzig die relativ hohe Textlastigkeit ist manchmal lästig, trotzdem wirkt der Band wie in einem Fluß.  Von mir gibt es trotzdem eine Kaufempfehlung, vor allem für männliche Jugendliche, die vielleicht die lustige Ente für Kinder mal in einem erwachseneren Kontext sehen wollen.

Bewertung 9/10

Positiv:
– Sci-Fi-Setting
– Erwachsenere Themen
– Gut passender Zeichenstil

Negativ: 
– Dröge Bonusgeschichte mit Konrad Kiwi
– Textlastigkeit

P.S.: Wer denkt Superhelden sind nur Fiktion, dem empfehle ich diesen Blogbeitrag „Jede Stadt braucht einen Superhelden„. Es gibt sie also doch Freude 🙂

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