Der Gratis-Comic-Tag Report 2013

Es ist der 11.05.2013 und Comichändler in Deutschland schmeißen Ihren 
Kunden die Comichefte nach als gäbe es kein Morgen mehr. Das kann nur 
eins bedeuten (und mit den Worten auf den Titeln der Gratis-Simpsons-Ausgabe): Es gibt Comics für Umme!

Um 10 Uhr traf ich mich mit Tine Line aus dem Comicforum, die Gewinnerin meines Nerd- und Newbie-Gewinnspiels. 

Gewinnerin von Nerd und Newbie #1: Tine Line aus dem Comicforum

Damit sie mich erkennt, habe ich meine nerdigsten Erkennungsmerkmale angezogen: ein Batman-Gürtel, ein Green-Lanternshirt und den Green Lanternring + Supermantasche. 

In der Ausstellung vom Fantastic Store vor der Spielfigurenwand

Die Route hatte ich ja im letzten Blogbeitrag per Google Maps dargestellt, darum erzähle ich euch jetzt chronologisch wie der Gratis-Comic-Tag bei den einzelnen Händlern gefeiert wurde.



1. Ludwig im Kölner Hauptbahnhof


Im Ludwig war ziemlich viel los, aber das wahre Ausmaße erkannte man erst in der Comicabteilung. Eine Schlange von über 20 Leuten stand an um 5 Exemplare der Comics für Umme zu bekommen. Während wir 15 Minuten angestanden haben, gab es das erste angeregte Gespräch über deutsche Synchronisation in das sich ein weiterer Anstehender einmischt. Aufgefallen ist mir, dass es leider nichts Zusätzliches von der Buchhandlung gab außer 
einem Zettel für eine Gewinnspielaktion, bei der man ein StarTrek-Banner gegen ein „Gefällt Mir“ auf FB gewinnen könnte. Ansonsten waren die 
Verkäuferinnen trotz des Streß sehr freundlich und selbst zu kleinen Scherzen bereit.


Menschenschlange im Ludwig


2. Mayersche Buchhandlung am Neumarkt


Der Tresen mit dem dezenten Hinweis im Mayersche.
Kurz zusammengefasst: „Haben wir nicht mehr“

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wir sind zu Fuß vom Hauptbahnhof 
rüber in die Mayersche Buchhandlung. In den letzten Jahren wurde schon 
immer über das Vergabeverfahren der Comics von der Mayerschen Buchhandlung geklagt, denn diese Buchhandlung legt einfach die Comics 
zum Abgreifen wie auf einen Wühltisch aus. Wir wissen zwar nicht, 
ob das wieder so war, aber wenn man um 9 Uhr öffnet und um 10.30 Uhr schon keinen einzigen Comic mehr hat,dann sieht das stark nach Grabbeltischmentalität aus. 


3. Fantastic Store am Chlodwigplatz




Frontseite des Fantastic Store am Chlodwigplatz

Die meisten Luftballons hatte der Fantastic Store, definitiv. Die Schlange in der ersten Comicbuchhandlung war etwas kleiner, rund 10 bis 15 Leute. Die Auswahl der Comics war auf drei beschränkt, aber sobald wenig los war, hat der Verkäufer mir weitere Exemplare in die Hand gedrückt.


Keine Sorge der Verkäufer im Fantastic Store beißt nicht.
(entschuldigt die Bildqualität, meine Kamera spinnt leider etwas)

Beschweren kann ich mich nicht, die Comicfachhändler waren größtenteils die 
zuvorkommendsten Händler. Neben den deutschen GCT-Comics gab es beim
Fantastic Store auch noch die amerikanischen Pendants, ein klares Plus. 
Was wir dann durch unseren Besuch noch erfahren haben, ist die 
Comicausstellung im hinteren Bereich des Shops.


Ausschnitt aus der Spielfigurenwand
Fundstück: Wusstet ihr, dass es eine Mary Jane-Actionfigur gibt?
Mit der Superkraft Spidermans Wäsche zu waschen. WUZAAAA!
Porträts von DC-Superhelden
Flaschenstadt Kandor aus dem Superman-Kosmos

Interessant war hier die Wand mit den Spielfigurenverpackungen und die 
großen Superheldenexponate. Ein kleiner Geheimtipp, zu der es zu 
ausgewählten Zeiten auch Führungen gibt. Es ist natürlich nur eine 
kleine private Sammlung, aber interessant ist es allemal.

4. PIN-UP Comics am Hansaring




Frontansicht des Pin-UP

Immer auskunftsfreudig und hilfsbereit: Das Team des PIN-UPs

In diesem Comicladen war gerade ein großer Schwung an Käufern da gewesen, 
das erkannte man vor allem an dem Fehlen der Star Trek-Comics. Mit den 
Verkäufern des PIN-UP konnte man am längsten reden über Anzahl der 
Besucher und wie ein typischer GCT verläuft. So wird man später alle Comics 
los, denn die typischen „Hauptsache Gratis“-Käufer interessiert nicht die Art 
des Comics, sondern nur das sie kostenlos sind, so eine der PIN-UP-Verkäufer. Der erste Schwung Besucher hätte schon vor den Türen gewartet.
Die PIN-UP-Mitarbeiter kümmern sich um die Besucher, so hatte ich miterlebt wie einer der Suchenden detailliert beim Auswahlprozess geholfen wurde. 

5. DJINNs in Ehrenfeld


Das DJINN ist eine Kompination aus exotischem Essen mit Comicshop im Hintergrund des ladens. Darum gabe es erstmal etwas Kulinarisches. 
Hier unsere Menüvorschläge zum Gratis-Comic-Tag:


Mein Menü: Lammkeule in Salbei-Sesam-Mantel mit Bratkartoffel und Blattspinat mit Rosinen
Tine Lines Menü: „Ziegenpeter“ – Ziegenkäse mit ausgiebigem Salat

Die Bedienung unseres Tisches war überaus lieb. Er tippte sich beim Bezahlen auf die Brust und meinte uns von ganzem Herzen ein schönes Wochenende 
zu wünschen. Das Interessante war hierbei, dass der Restaurantbereich gut gefüllt war, vereinzelt hatten einige die typischen GCT-Tüten dabei, jedoch der Comictresen relativ leer. Trotz des großen Banners am Restaurant bleibt das DJINN ein Geheimtipp. Tine Line meinte sogar, dass sie schon sooft vorbeigelaufen sei und nicht wusste, dass das auch ein Comicladen ist. Die Comicexperten waren typisch kölsch und meinten, dass wir hofffentlich
im nächsten halben Jahr mal wiederkommen. Mir fehlten im DJINN noch 10 Comics, Tine Line sogar 17. Das Tolle ist, den ganzen Rest hat uns das DJINN aufgefüllt trotz des Ausgabelimits von 5.

6. Bonner Comic Laden




Ein Teil des 30 Gratis-Comics-Stapels im Bonner Comic Laden

Im Bonner Comic Laden gab es endlich mal direkte
konkrete Hinweise zum Ausgabelimit



Eigentlich hatten wir alle Comics zusammen, aber es wäre unfair gewesen nicht noch Bonn zu besuchen. Selbst Tine Line ist noch mitgekommen,
um sich den Laden mal anzuschauen. Beim Bonner Comicladen gab es im hinteren Bereich die Comics, auch hier galt ein Ausgabelimit von 5. Schöner Bonus waren die Restbestände der letzten Jahre, aus denen man sich bedienen konnte.Da es in Bonn der einzige Comicladen ist, war es dementsprechend voll. Um den Bonner Laden noch besser kennenzulernen, haben wir uns auch mal in die erste Etage gewagt und gestaunt als wir einen kompletten Games-Workshop vorfanden. Und schließlich hatte ich auch mein kleines Geheimziel erreicht und Tine hatte einen kostenpflichtigen Comic gekauft. 

Und nichts anderes möchten die Händler auch, dass die Leute wiederkommen
und vielleicht für einen Comic auch Geld ausgeben. Mir hat der GCT sehr gut 
gefallen, ich kann jedem nur empfehlen nicht vorzubestellen, sondern den
örtlichen Comichändler zu besuchen, damit man das breitgefächerte Sortiment 
kennenlernen kann. Ob sich diese ganze Marketingaktion für die allgemeinen 
Buchhändler gelohnt hat, das ist fragwürdig. Und jetzt muss ich euch leider 
wieder in die Tiefen des Webs rauslassen, denn ich habe noch 30 Comics zu 
lesen 😉

Mit großem Dank an Tine Line für anregende Gespräche und allen Bereitwilligen
für die Fotos.