Fantasie aus 1001 Plüsch: Eine Calvin und Hobbes Rezension

Calvin und Hobbes (Bild des deutschen Bandes 2)
Foto von der Gesamtausgabe der englischen Calvin und Hobbes Gesamtausgabe


„Ich bin mein eigener Klon“, erzählte ich in meiner Schulzeit ein paar meiner Schulkameraden. Und jedes Mal wenn ich jemand anderes traf, war ich wieder ein anderer Klon und man musste mir immer alles von vorn erzählen.

Ich gebe es nach Jahren endlich zu, die Idee habe ich bei Calvin und Hobbes geklaut.


Wer sind eigentlich Calvin und Hobbes?Ehrlich?Ok, wer sind eigentlich Calvin und Hobbes?


Ich muss zugeben bei der Rezension werde ich nicht neutral bleiben können, denn dieser Comicstrip hat mein Leben um ein paar Dinge bereichert, die ich bei Comics bis dato vermisst habe: Witz und eine ausgeprägte Fantasie. Calvin ist ein sechsjähriger Junge mit einem Plüschtiger, der immer lebendig wird, wenn er mit ihm alleine im Raum ist. Das ist die einfache Grundkonstellation, aber schon bei den Peanuts rund um Charlie Brown haben sich dabei eine Vielzahl an Geschichten ergeben. Das Stammpersonal rund um Calvin lässt sich noch um seinen naturliebenden Vater und seine genervte Mutter erweitern, sowie um die sporadisch auftauchende Babysitterin Rosalyn und seine Grundschullehrerin Fräulein Wurmholz. Aber letztlich sind es nur Calvin und sein Plüschtiger, die zählen. Aber gehen wir erstmal ein Schritt hinter den Comic und schauen uns mal den Autor und den Strip als solchen an.


Nevin Martell auf der Suche nach dem Mann hinter Calvin und Hobbes: Bill Watterson

Der Comic zieht gerade wieder etwas Aufmerksamkeit auf sich, weil eine Reportage über den Comicstrip nun auch in Deutsch erschienen ist. Der Titel ist „Auf der Suche nach Calvin und Hobbes“ von Nevin Martell. Zusätzlich steht die Veröffentlichung der Komplettedition von Calvin und Hobbes endlich ab Oktober 2013 in deutscher Sprache an. Bei soviel Kreativität hinter einem Comic wird ein Genie dahinter vermutet. Nevin Martell, ursprünglich Musikjournalist, macht sich auf die Suche nach dem Autoren Bill Watterson. Der Autor aber hat nach 10 Jahren Skriptarbeit von 1985 bis 1995 sich konsequent aus dem Licht der Öffentlichkeit zurückgezogen. Und trotzdem erfährt Nevin Martell wie sehr die Leute dieser Comicstrip immer noch  beeindruckt. Um es vorwegzunehmen, auch Martell schafft es nicht, Bill Watterson aus der Reserve zu locken, doch er schafft es gegen Ende des Buches seine Mutter zu interviewen. Was schon ein Erfolg ist, da auch Familienmitglieder sich aufgrund des Respekts zu Bill Watterson nicht äußern. Einziges Manko dieser Buchreportage ist das völlige Fehlen von Bildmaterial, was wahrscheinlich daran liegt, dass Watterson die gesamten Bildrechte an Calvin und Hobbes hat und dem Reporter auch nicht zur Verfügung stand. So ominös der Autor auch bleibt, so offen ist der Strip.

Raumfahrer Spiff, menschenfressende Dinosaurier und ein ganz listige Katze


Das Problem bei der Zusammenfassung von den Phantastereien des Sechsjährigen mit seinem Plüschtiger sind, das es schlicht zuviele gibt. Hier schlicht mal eine angerissene Liste:

– Zeitreisen
– Die Welt in Schwarz Weiß
– oder die Welt in 2-D
– Raumfahrer Spiffs Abenteuer
– Riesenameisen
– Calvin verwandelt sich in eine Flüssigkeit

Und achja, die besagte Klonmaschine, die ich von Ihrem Prinzip her auch auf meinem Schulhof genutzt hatte. Die besteht aus einem einfachen Pappkarton und nur mit der Vorstellungskraft von Calvin wird sie zu einem technischen High-Tech-Produkt. Und das ist das ganze Geheimnis des Strips: den Menschen wieder anzuregen sich mehr seinen Fantasien hinzugeben. Und darum liebe ich diesen Strip einfach.


Bill Wattersons Zeichengenie


Neben dem Erzähltalent, kurze Geschichten in vier Panels in der Woche oder am Sonntag auf einer ganzen Seite auszubreiten, ist schon eine Anstrengung an sich. Das aber auch noch hoch qualitativ zu zeichnen, ist dann noch einmal eine ganz andere Nummer. Watterson versteht es zu jedem Moment Mimik und Gestik höchst dynamisch wirken zu lassen. Schön ist auch immer der Kontrast zwischen dem cartoonhaften Aussehen des Jungen und seines Tigers und den höchst naturalistischen Fantasien Calvins. Selbst heute starre ich manchmal nur ein einziges Panel an und freue mich über diese großartigen Zeichnungen.


Der Grund für Wattersons Schweigen: Calvin darf nicht pinkeln!


In Nevin Martells Reportage erklärt der Zeichner ausgiebig seine Abneigung gegen die Kommerzialisierung des Strips und den Ausverkauf durch Merchandising. Erwähnt werden auch die zahlreichen illegalen Versuche Sticker oder Ähnliches zu verkaufen. ich glaube Watterson wollte nicht, dass seine Comicwelt durch Produkte verwässert wird und letztens habe ich dann das Ergebnis gesehen, wie es hätte sein können, wenn man einen Strip ausverkauft: an dem Heck eines Autos prangt ein pinkelnder Calvin mit frechem Grinsen! Wenn ich mir weitere Sachen in die Richtung vorgestellt hätte, dann wäre etwas kaputt gegangen. Aber so hat es ein Künstler geschafft nur über das Medium ohne Extraverkäufe erfolgreich zu sein. Und Recht hat er. 

Man kann versuchen viel zu klonen heute, aber der Calvin und Hobbes-Comicstrip ist unklonbar. Es gibt halt Dinge, bei denen hilft auch keine Klonmaschine. 


Bewertung zu Calvin und Hobbes: 10/ 10


Positiv: Sympathische Figuren
– Fantasiereich
– sehr gut gezeichnet

Negativ: – 

Zu Nevin Martells Buch lässt sich nur noch mal extra sagen, dass ich es schade finde, dass es kein Bildmaterial dazugab. Als konkrete Kaufempfehlung empfehle ich direkt die Gesamtausgabe, die im Oktober kommt. Die englische Ausgabe besitze ich schon, sobald ich die deutsche Ausgabe habe, folgt hier nochmal eine Extrabewertung der Aufmachung des Bandes.

P.S.: Empfehle unabhängig von diesem Beitrag auch nochmal den Gastbeitrag von Helen Schrader zu Hack/Slash 2, da dieser von mir mitten in der Woche veröffentlicht wurde.

Gastrezension: Hack/Slash Omnibus Vol.2 von Helen Schrader

Und sie macht es nochmal. Helen Schrader, Bloggerin bei UrbanFreak, schreibt heute wieder über Ihren Comicfavoriten Hack/Slash. Für unkundige Leser, stellt euch Buffy vor, nur sehr viel brutaler. Aber ich überlasse Helen das Wort und würde mich freuen mehr Gastrezensionen von euch zu bekommen. Schreibt mir einfach eine Nachricht an meine Emailadresse brichelshagen [ät] googlemail.com und dann landet eure Rezension in meinem Blog.

Da mein letzter Gastbeitrag anscheinend ganz gut angenommen wurde, habe ich Basti’s Angebot natürlich gerne angenommen und mich an eine Rezension zum zweiten Hack/Slash Omnibus gesetzt. Während es sich bei der Ansammlung an Stories im ersten Teil noch um Einzelgeschichten handelte, umfasst die Fortsetzung die fortlaufende Serie um Cassie Hack und Vlad sowie einige Leckerbissen, wie beispielsweise Gastauftritte von Herbert West und den Suicide Girls. Dazu aber später mehr, denn zunächst einmal, handelt das Heft von Teil eins bis 17 der Abenteuer vom Final Girl und ihrem Sidekick Vlad.

 Vom Re-Animator bis zu den Suicide Girls 

Der im September 2010 erstmalig veröffentlichte und über 400 Seiten lange zweite Omnibus von Hack/Slash bleibt seinem Motto auch im „Slashquel“ treu. Es gibt zwar selbst ausgedachte Charaktere (allen voran Acid Wash & die Neflords), aber es wird vor allem bei alten Bekannten der Genre-, Comic- und Horrorfilmreihen der letzten Jahre fleissig geklaut und übernommen. Genre-Fans können sich daher auf den Re-Animator Herbert West, die tätowierten Pin-Up Mädels der Suicide Girls und jede Menge weitere Gestalten freuen. Während unser Final Girl Cassie Hack mit Vlad quer durch die Staaten fährt und sie ganz im Stile von Supernatural ihre Fälle lösen, begegnen den beiden noch allerhand Skurilitäten. 

Von irren Psychologen und 99 Cent Stores

 Direkt die erste größere Geschichte hat es in sich. Nachdem Cassie zunächst von einem irren Psychologen gleich auf mehrere Art seziert wird und einiges ihrer Hintergrundgeschichte aufgedeckt wird, spielt Vlad den unscheinbaren Helden. Natürlich wieder auf seine ganz eigene Art und Weise. Immerhin fällt unser großer Freund gerne mal etwas in der Öffentlichkeit auf. Gasmasken im Diner um die Ecke helfen nicht gerade dabei Freundschaften zu knüpfen. Dank seines charmant naiven Auftretens meistert er aber jedwede Situation, rettet Cassie und schlägt sich danach sogar noch relativ gut beim Unterwäsche Shopping im 99 Cent Store.

 Acid Wash und Margaret „Georgia“ Crumb 

Wie der Stunt im 99 Cent Laden zeigt, befinden sich die beiden Helden der Geschichte mal wieder in Geldnot. Ähnlich wie so viele Parallelen zum Whedonverse und Buffys Leben, scheint sich die dauernde Rettung der Menschheit nämlich auch für Cassie nicht auszuzahlen. Aber wenigstens hat sich die „Scooby“-Gang seit dem ersten Omnibus dank des Chucky Zwischenfalls vergrößert, weshalb ein uns bekannter Chris Krump kurzerhand als Retter aus dem Off einspringt. – Er hat die Hack/Slash Inc. gegründet und sucht nun die Events der etwas besonderen Art für Cassie und Vlad heraus. Daher geht es für beide zum Acid Wash Konzert nach Florida. 

Dort angekommen retten unsere zwei Helden erst einmal die unscheinbare Georgia aus den Fängen einer etwas verwirrten aber recht renitenten älteren Frau. Kurz nachdem man sich also kennen gelernt hat, lädt Georgia Cassie und Vlad zum Brunch ein. – Nebenbei in dem Stripshuppen in dem sie arbeitet. Gemeinsam beschließen die drei Abends das Acid Wash Konzert in der Stadt zu besuchen. – Und unsere Geschichte nimmt ihren Lauf. 

Gedankenkontrolle und Nef 

Ganz dem Cosmicism von H.P. Lovecraft entliehen, werden auf dem Konzert direkt (fast) alle Jungfrauen in eine kosmische Parallelwelt entführt. Na ja, zumindest die weiblichen. Denn Vlad darf nicht mit, während sich Georgia und Cassie in der Welt von Nef wiederfinden. Während Cassie und Georgia schnell selbst auf die Idee kommen, dass die Entführung etwas mit ihrer „Unbeflecktheit“ zu tun hat, überlegen sie kurzfristig, das ganze „gemeinsam“ hinter sich zu bringen. Aufgrund der gefesselten Hände und der räumlichen Entfernung entpuppt sich das Unterfangen jedoch als etwas umständlich. Aber Hilfe ist ja schon unterwegs. Immerhin sucht Vlad auf der Erde nach potenziellen Balzpartnerinnen um einen Rettungsversuch in der anderen Dimension ungefährdet zu überstehen. Schließlich kann er seine zwei Freundinnen wesentlich besser retten, wenn er „den Sex“, wie er sagt, endlich hinter sich gebracht hat. Viele verzweifelte Groupies, jede Menge Prep-Talk von Chris und noch mehr Bier (für Vlad) später ist es dann auch endlich vorbei und Vlad kann sich auf den Weg nach Nef machen.

 Hach/Slash wäre aber natürlich nicht Hack/Slash, wenn unsere Heroine einfach auf ihre Rettung warten würde. Gemeinsam mit Georgia schafft sie es auf doch sehr amüsante Art und Weise der Alternativwelt zu entfliehen und gemeinsam mit Vlad die Band Acid Wash in das Reich der vielen anderen vergessenen 90er Jahre Bands zu befördern. 

Von Düsteren Legenden und Mädcheninternaten 

Frisch aus Nef zurück, geht es für Cassie in die Schule. Einige Mädchen sind verschwunden und dank ritueller Funde auf dem Campus erwarten Cassie und Vlad natürlich einen Slasher. Während sich Cassie also mit so weltbewegenden Fragen beschäftigen muss, ob sich wohl alle Mitbewohnerinnen am College „so toll“ miteinander verstehen, wird der Campus unsicher gemacht. Das der okkulte Club, der im Laufe des Abenteuers aufgedeckt wird, natürlich dem feuchten Traum eines 16jährigen entsprungen scheint, überrascht zwar nicht besonders, sorgt aber für jede Menge Lacher beim Lesen. Tim Seeley schafft es eben immer wieder, dass Offensichtliche mit einem Twist zu versehen und den Leser zu unterhalten. 

Heißt deine Freundin zufällig Buffy?

 Direkt nach den Frauenproblemen am College suchen Cassie und Vlad nach Informationen zu Cassies Vater. Immerhin könnte dieser etwas Licht in Cassies dunkle Vergangenheit bringen. Schließlich ließ er sie aus ungeklärten Gründen mit der seelisch nicht ganz gesunden Mutter allein. Leider verläuft auch dieser Trip nicht ganz ohne Umwege und so müssen kurzerhand noch die Suicide Girls gerettet werden. Ein Slasher hat es auf die Pin-Ups abgesehen und täuscht nun den einen oder anderen Selbstmord unter den tätowierten Damen vor. Ein Problem, dem sich Hack/Slash Inc. quasi im Vorbeiflug annimmt. Es gibt zumindest für Cassie wichtigeres zu tun. – Georgia retten zum Beispiel. 

 Allerdings sehr zum Missfallen von Vlad. Dieser glaubt nämlich, dass es Cassie eigentlich nur um „den Sex“ mit Georgia geht. Daher hat der stoische Riese etwas Angst um seine Zukunft als Cassies bester Freund. Ein Dilemma, das Vlad gerne und oft in dem Heft anspricht und das zu den lustigsten Unterhaltungen zwischen den beiden führt. 

 Aber gut. Von nun an geht es Schlag auf Schlag und der Omnibus zeigt, wie komplex man einen Comic so schreiben kann. Georgia ist in Gefahr und ruft daher ihre beste Freundin Buffy, äh Cassie an. Während Cassie und Vlad zu Hilfe eilen, entdecken Chris und Lisa mit Pooch einen Handlanger der Neflords, Cassies Vater befindet sich in Gefahr, Delilah Hack macht einen Cameo-Auftritt und niemand weiß mehr, ob er sich noch in Kansas befindet. 

 Das Familientreffen der besonderen Art 

Wie es der Zufall nämlich so will, befindet sich Georgia am Drehort einer etwas spezielleren Fassung von „Der Zauberer von Oz“, während Mr. Hack einen Doktor namens West kennenlernt. Aufgrund einer Liste mit potenziellen Männern, die ihr Vater sein können, wissen unsere beiden Hack/Slash Freunde schnell, dass sie sich ganz in der Nähe eines potenziellen Vaters befinden. Daher wird der nächste Roadtrip angegangen und der Mann auf dem Zettel gesucht. – Alles natürlich, während sich die Lovecraft-artigen Monster auf den Weg machen, die verhasste Cassie Hack auszulöschen. Es könnte ja Langeweile bei den Protagonisten aufkommen. 😉 
Wie diese drei Geschichten jedoch zusammenfinden und ausgehen, das erfährt man erst im dritten Teil der Hack/Slash Omnibus-Reihe und somit auch erst in der nächsten Rezension. 

 Positiv: 
– eigentlich alles, was in der ersten Rezension schon gesagt wurde. Natürlich aber ganz im Sinne eines Sequels: bigger, better, faster. 
– fortlaufende Handlungsstränge, die in den meisten Fällen sehr gut ineinander finden.
 – eine Entwicklung der Charaktere über mehrere Geschichten, interessante Einblicke in Cassie’s früheres Leben 
– Pooch 

 Negativ: 
– ein, zwei Geschichten (z.B. Taber) hätte man sich sparen können
 – ab und an hätte es auch ein Slasher weniger sein können
 – einige Geschichten gefallen mir vom Zeichenstil nicht wirklich. 

 Punkte: 9/10

Mimömimö – Ich, Einfach Unverbesserlich 2 Rezension

Die Minions haben mich!


Mimömimömimö. Das werden wir jetzt öfters in Bussen/Bahnen/öffentlichen Plätzen hören, denn kleine gelbe Pillen haben wieder das Kino erobert: Die Minions in „Ich – Unverbesserlich 2“. Aus aktuellem Anlass gibt es heute also mal eine Animationsfilmrezension. Wer sich den Film nicht versauen möchte, dem gebe ich vorher eine SPOILERWARNUNG mit. Ihr wisst also Bescheid. Lesen auf eigene Gefahr.

Film – Einfach Handlung

Gru, der Hauptdarsteller des Filmes, war im ersten noch ein Bösewicht, der seiner Mutter beweisen wollte, dass er was auf dem Kasten hat, indem er den Mond stiehlt. Im ersten Teil hat er auch die drei kleinen Waisenkinder Margo, Edith und Agnes adoptiert, die natürlich auch in diesem Teil mitmischen. Aber worum geht es im zweiten Teil?

In „Ich, Einfach unverbesserlich“ hat Gru einen neuen Job als Ermittler und muss ein Superserum zurückerlangen. Dabei lernt er Lucy kennen, eine Geheimagentin, die mit ihm zusammenarbeitet. Zentrales Thema des Films ist diesmal Liebe. Gru hat Schwierigkeiten mit dem Treffen von Frauen, was auch kurz mit seiner Vergangenheit erklärt wird. Rundherum gibt es aber immer noch kleinere Geschichten, dass zum Beispiel Margo sich in einen Jungen verliebt und dadurch bei Gru Vatergefühle aufkommen. Oder Agnes, die eine Mutterfigur vermisst. Das sind natürlich alles bekannte Geschichten, aber der Film hat auch eine Geheimwaffe. Die sind klein, gelb und unglaublich witzig.

Minions – Die sind Einfach der Burner

Ich bin normalerweise immer kritisch bei auf Komik angelegten Nebendarstellern, aber bei den Minions setzt es bei mir aus. Die kleinen Kerle machen so viele witzige Dinge nebenher, dass gelegentliche Schwächen der Hauptgeschichte kaschiert werden. Es waren unheimlich witzige kleine Szenen, am besten in meiner Erinnerung ist die Parodie des „I´ll be there“-Videos der Jackson Five von den kleinen Arbeitern. Und natürlich das Geräusch, das die Minions machen, wenn sie Feuerwehr spielen und dabei alles zu Kleinholz verarbeiten, ist natürlich total ansteckend. Nach der Vorstellung im Kino kam prompt ein Krankenwagen an uns vorbeigerauscht und mehrere Kinogänger stimmten das „Mimömimö“ an.

Frauen – Einfach verliebt

Warum sind die Minions eigentlich so beliebt? Vor allem habe ich gemerkt, dass Frauen in meinem Umfeld die Minions vergöttern. Ich glaube, wie immer liegt die Antwort in dem Design der Tausendsassa. Sie sind vollkommen rund, klein und haben große Augen. An was erinnert das die Frauen? Natürlich an kleine Babys, die schützenswert sind und soooo niedlich. Und ich muss ehrlich zugeben, ich finde sie auch sehr niedlich. Am Kinoabend selbst wurde spekuliert, dass es wahrscheinlich bald einen eigenständigen Minions-Film geben wird. Ich denke, das wäre unvorteilhaft, denn die Minions funktionieren meiner Meinung nach nur als Nebencharaktere zu einer eingenständigen Story. Bei den Pinguinen von Madagascar hat es funktioniert, weil sie innerhalb der Gruppe noch starke Charaktere haben. Bei den Minions ist jeder im Prinzip austauschbar. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.

Urteil – Einfach wunderbar

Zu dem ganzen Rest lässt sich nur sagen, dass das ganze Gesamtpaket passt. Oliver Rohrbeck als deutscher Synchronsprecher von Gru leistet wieder hervorragende Arbeit, ebenso Martina Hill (Switch reloaded). An Musik und den Animationen gibt es natürlich nichts zu meckern, die Story ist zwar nichts Spektakuläres, aber wie immer zählt hier die Verpackung. Dazu muss aber gesagt sein, dass ich die Storyschwächen nicht selber eindeutig identifizieren kann, es ist lediglich ein Gefühl, dass mich beim Sehen des Filmes bekommen habe. Ansonsten absolut empfehlenswert!

Bewertung: 10 / 10

Positiv:
– Minions
– Alles passt

Negative:
– gelegentliche Storyschwächen, werden aber von Präsentation überspielt