Ikigami-Cover

"Herr Richelshagen in 24 Stunden sind sie tot!" Ikigami, der Todesbote – die Rezension

Cover von Ikigami

Es ist ein verregneter Sonntagnachmittag. Fast glaubte man, der Winter könnte noch Einzug, doch bleibt es grauer Schauer statt weißer Eispracht. Es schellt. Ein unscheinbarer Mann im Anzug steht vor meiner Tür, schaut mich betrübt an und verkündet: „Herr Richelshagen, hier ist ihr Ikigami. In 24 Stunden sind sie tot.“

Guten Tag, Tod gefällig?

So lässt sich das Grundprinzip des Mangas „Ikigami – der Todesbote“ zusammenfassen. Ein Beamter überbringt einem Menschen zwischen 20 und 25 die Botschaft, dass innerhalb von 24 Stunden sein Tod eintritt. Hintergrund ist die Erlassung eines Gesetzes in Japan, dass zur Einschulung jeder Bürger geimpft wird. Einer dieser Impfdosen enthält aber Nanokapseln, die im Alter von 20 bis 25 Jahre explodieren.

Fujimoto als nachdenklicher Beamter

Hauptperson ist Fujimoto, der zu den Beamten zählt, die die sogenannten Ikigami, die Todesnachrichten, 24 Stunden vor dem Tod vorbeibringen müssen. Er bildet den Rahmen für mehrere Geschichten innerhalb des ersten Bandes, indem die Todeskandidaten mit der Nachricht konfrontiert werden. Fujimoto zweifelt währenddessen immer wieder den Sinn des Gesetzes an. Die Regierung geht davon aus, dass, wenn alle eingeschulten Menschen glauben, sie würden nur maximal 25 Jahre alt werden, würden sie sich von Anfang an produktiv geben. Das, das nicht ganz funktionieren kann, beweist schon der erste Band.

Doppelseite aus Ikigami

Erwachsenes Thema – erwachsener Zeichenstil

Das Thema ist natürlich ein sehr Ernstzunehmendes. Eine düstere Utopie mit brutalen Gesetzen und einem Beamtenapparat dahinter benötigen einen ernsten Zeichenstil. Verniedlichte Gesichter, die ihre Emotionen direkt und übertrieben rüberbringen, wären fehl am Platz. Darum gibt es auch einen relativ realistischen Zeichenstil, der auch gern Schraffierung einsetzt, um wichtige Dinge zu betonen. Einzig allen, das die Charaktere manchmal wie Porzellanpüppchen aussehen, ist der einzige negative Punkt.

Kontroverser Konflikt

Die Regierung in diesem Manga hat ein Rad ab. Menschen zu töten, um sie zur Produktivität zwingen, ist schon wirklich abartig. Die langsamen Zweifel von Fujimoto und die emotionalen Geschichten lassen Neugier auf weitere Bände wecken. DIe Frage ist, ob irgendwann die Themen bei den einzelnen Geschichten ausgeben, ich denke mal das Ikigami keine unendlich lange Reihe wird. Ironischerweise ist also Ikigamis Tod vorausberechnet, bei der letzten Ausgabe nämlich.

Die 24 Stunden sind rum

Ich blicke auf die Uhr. Seit der Nachricht sind 23 Stunden und 59 Minuten vergangen. Ich habe an meinem letzten Tag nochmal alle meine Lieblingsdinge getan und blicke auf ein erfülltes Leben zurück. Ich schließe das Comicheft in meiner Hand und schlafe ein.

Positiv:
– interessante, düstere Zukunftsutopie
– erwachsene passende Zeichnungen
– gute Rahmenhandlung mit emotionalen Geschichten

Negativ:
– Gesichter wirken manchmal wie Porzellanpüppchen

Link zum Produkt: Ikigami, Band 1

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