Leben nach dem Tod gelüftet – Hellboy 13 Comic-Rezension

Röcheln. Ein letzter Atemzug. Um mich herum stehen meine Liebsten. Doch nicht, nur die verkackte Nimue, die mir verachtend ins Gesicht starrt und dann das Herz aus der Brust reisst.

Kacke!

Cover von Hellboy
Cover von Hellboy

Prophetische Polonäse im Pandämonium

Hellboy ist tot und fällt auf den ersten Seiten von „Hellboy 13: Abstieg zur Hölle“ bis auf den Abgrund der Unterwelt. Das Komplexe ist, wie immer bei Hellboy, die Handlung zusammenzufassen. Ich versuche es mal, ohne mich zu sehr ablenken zu lassen. Also Hellboy trifft zuerst auf eine Kreatur mit Hammer…. Anung un Rama sala….. tschuldigung, war ein kurzer prophetischer Einschub, dann schliesslich auf eine Person in einem Umhang. Sie ist geheimnisvo…Attem Barash!…

Schliesslich auch noch auf drei Geister, die Hellboy eine Botschaft mitgeben wollen:….die Welt wird in kürzester Zeit untergehen….

Ok, vergessen wir das mal.

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Hellboy in der Tentakelhölle
Hellboy in der Tentakelhölle

Die Geschichte, die in diesem Band erzählt wird, ist wie immer aus vielen verschiedenen Versatzstücken aus Mytholgie und Legenden zusammengebastelt. Ich kann leider nicht immer identifizieren, welche woher ist, aber die Bekannteste ist in dem Fall , die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Denn auch hier trifft Hellboy auf drei Geister, die ihn heimsuchen und verschiedene Dinge zeigen. Wobei die Unterscheidung zwischen den gezeigten Zeiten hier nicht so groß ist.

Auch die Bibel ist natürlich großzügig vertreten. So reiten hier und da mal die Reiter der Apokalypse vorbei und bringen ihre prophetischen Zeilen zu Tage. Naja, was gänzlich Neues ist die Thematik bei Hellboy nicht, dort gab es immer schon surreale sowie mythische Begebenheiten, die Hand in Hand gehen. In Hellboy 13 gibt es wieder eine ordentliche Portion Mythik, wahrscheinlich sogar ein bisschen zuviel des Guten.

Das brennt wie die Hölle – Hä?

Das Problem ist, das wir nicht mehr auf der Erde rumhängen oder in einer Zwischenwelt mit klaren Umrissen, sondern in den Unwägbarkeiten der Hölle. Hellboy wird von A nach B gezogen und wird noch mehr zugetextet als sonst. Jede Nebenfigur erzählt eine eigene wirre Geschichte, die nicht unbedingt bei der Handlung weiterhilft. Und das zweite Problem ist, dass Hellboy in der Hölle kein Ziel oder Aufgabe hat. Er wird mit einem Grusel-Mythologie-Fragment nach dem anderen konfrontiert. Solange er noch auf der Erde unterwegs war, waren viele Sachen noch  nachvollziehbar oder aber Hellboy hatte das klare Ziel den Weltuntergang aufzuhalten.

In diesem Band schlurft er wirklich nur noch von Ort zu Ort und lässt sich einen an die Backe labern, da hätte ich auch genauso gut in der Schule sitzen bleiben können. Mich hat es in diesem Band etwas genervt.

Mignola schwingt wieder seinen Ding – Papier fürchte dich!

Mit diesem Band hat Mike Mignola neben der Story auch wieder den Zeichenstift übernommen. Damit wäre der anfängliche Starzeichner wieder an Bord, den ich beim allerersten Band schon super fand. Damals waren die Geschichten noch schwarz-weiß in Deutschland, darum bin ich sehr auf schwarz-weiß geeicht. Aber an die Farbe hat man sich schnell gewöhnt und Mignola kann in den trostlosen Fantasiegebilden der Hölle sich wieder schön austoben. Da gibt es also einen feurigen Pluspunkt von meiner Seite aus.

Hellboy sagt Okay
Hellboy sagt Okay

So, Band 13! Himmel oder Hölle?

Zeichnungen supi, Geschichte plätschert vor sich hin. Ich gehe aber davon aus, dass Hellboy im nächsten Band wieder an Fahrt aufnimmt, vielleicht kommt Hellboy auch wieder zurück, wenn er sein Herz findet. Und damit meine ich nicht eine große Liebe, sondern das rote pumpende Organ.

So´ne Kacke!

Bewertung: 5 / 10

Link zum Artikel:Hellboy 13: Abstieg zur Hölle