Nackt Ausziehen als Job-Doping – Ein irrer Flitzer Manga Rezension

Ob das Stephen King auch so gemacht hat?

Ein angehender Schriftsteller stellt sich vor das Podium des Literaturnobelpreises und… zieht sein T-Shirt und dann auch noch seine Hosen aus. Schließlich auch noch die Unterhose und lässt sein Schwingi-Dingi vor den Augen der Jury kreisen. Die machen große Augen und…

verleihen ihm den Nobelpreis für Literatur!
Und diese Denkweise hat auch ein „Irrer Flitzer“!

Das Cover von ein irrer Flitzer
Das Cover von ein irrer Flitzer

Also Ausziehen für den Erfolg?

Typisch Manga eine abgefahrene Grundsituation: Ein erfolgloser Autor (ich habe jetzt wie bekloppt den Namen gesucht, aber nada) hadert mit seinem Schicksal als Autor und würde gerne so gut sein wie die Starautorin Shoko Kai. An einem Abend wird unser namenloser Autor aber von einem Mann im Adam-Kostüm überrascht und bekommt von ihm die charmanteste Charaktervorstellung ins Ohr gebrüllt, die man je gehört hat: „Ich bin ein Idiot!“

Der irre Flitzer stellt sich als Idiot vor
Der irre Flitzer stellt sich als Idiot vor

Schliesslich säuft man viel und der nackte wacht auch noch mit in der Wohnung des Autoren auf. Dort liest er ein paar Geschichten und gibt ihm den motivierenden Ratschlag: „Auch du kannst ein Starautor werden!“

Und so versucht er es mit Hilfe eines nackten irren Flitzers.

Mit der Macht von Urintaro – Nakedei-Gags und trotzdem schüchtern

Tja, eigentlich schön simpel und Banane das Ganze. Schüchterner mit Misserfolgen geschlagener Autor versucht mit Hilfe eines FKK-Anhängers an die Starautorin Shoko Kai ranzukommen, um ihr seine Geschichten zu präsentieren. Eigentlich ist es wie damals bei meinem hochverehrten Lieblingsmanga „Bakuman„. Erfolgloser will Erfolg, in dem Fall nur mit ungewöhnlichen Mitteln.

Und hier liegt der Spaß. Eigentlich wäre es eine ganz simple Aufstiegsgeschichte, aber der wirklich „irre“ Typ peppt das mit seinen ungewöhnlichen Mitteln etwas auf. So fallen zwischen durch natürlich auch ein paar lustige Witze ab. mal flach, wie in dem Fall das der Nackte versucht mit seinem Penis zu sprechen, den er nur liebevoll Urintaro nennt. Aber ansonsten immer interessante Situationskomik, die natürlich immer etwas japanisch überzogen ist.

Der erfolglose Autor bedrängt Shoko Kai, die Erfolgsautorin
Der erfolglose Autor bedrängt Shoko Kai, die Erfolgsautorin

Ich will der Allerbeste sein, wie keiner vor mir war…NACKEDEI!

Man kommt nicht umher ein paar typische japanische Sachen zu entdecken: der erfolglose Introvertierte, der übertriebene Mentor-Narr in nackt und eine weit entfernte Meisterin, die unerreichbar ist.  Irgendwoher kennt man die Charaktere schon. An manchen Stellen wirkt es dann halt auch etwas zu übertrieben. Zum Beispiel weiß man nicht so recht, warum es unser Autor nicht schafft den nackten Mann aus seiner Wohnung zu vertreiben. Oder fängt hier etwa die typisch japanische Höflichkeit an? In Deutschland hätte man auf jedenfall schon 15-mal die Polizei gerufen und seinen Schäferhund auf den FKK-ler gehetzt 😉

Auch ist Shoko-Kai sehr arrogant weltfremd, aber das kennt man ja schon aus anderen Mangas. Mich interessiert vor allem, warum der irre Flitzer dauernd sein Gemächt in den kühlen Wind hält. Wie ist er so geworden und damit meine ich nicht den Prozess des Ausziehens.

Der irre Flitzer und der erfolglose Autor trinken eine Runde zusammen
Der irre Flitzer und der erfolglose Autor trinken eine Runde zusammen

Nackt auf den Strich gelinst… Wie sind die Zeichnungen?

Vom Grundton her ist alles etwas realistischer bei den Zeichnungen gehalten. Doch ist häufig die Mimik und Gestik übertrieben und unterstreicht die Gefühle der einzelnen Menschen . Hier und da finde ich es etwas übertrieben, wieviel Pathos manchmal in die einzelnen Äußerungen gelegt wird, aber da benutze ich gerne mal meine allseits beliebte Floskel: typisch.

Und jetzt…soll ich mich hier entkleiden für den Erfolg?

Für den Manga „Irrer Flitzer“ spricht seine schön innovativen Zutaten mit dem nackten Rumläufer und ein paar interessanten Gegebenheiten dadurch. Dagegen spricht eine relativ bekannte Art von Geschichte vom Aufstieg eines Losers und den damit verbundenen Charakteren. Ebenso das Übertreiben der Gefühle ist zuweilen etwas gewöhnungsbedürftig. Also wer auf typische Mangas mit einem Schuß Innovation steht, dem sei dieser manga zu empfehlen.

Bewertung: 7 / 10

Link zum Manga auf Amazon: Ein irrer Flitzer 01