Tickets für die Vorstellung zu Fifty Shades of Grey

„Ich schlafe nicht mit jemanden. Ich f****!“: Fifty Shades of Grey aus der Sicht eines Mannes

Wie angekündigt habe ich mich mal in eine Runde 50 Shades of Grey rangetraut. Und bevor ihr euch fragt, warum tust du dir das an, wieso schaust du dir sowas an? Tja, als zur Zeit Platz 1 der Kinocharts und einer großen Besucherzahl, habe ich mich gefragt: „Warum tun sich andere diesen Driss an?“

Ihr merkt, ich bin schon locker flockig zu dieser ganzen Shades-Thematik eingestellt, aber ich habe mir selber gesagt: „Basti, du schaust dir das jetzt ganz neutral an und hältst dich zurück. Und wenn ich 10 Euro umsonst ausgegeben habe, gebe ich Applepia die Schuld. Schliesslich hat die mich damit reingeschleift. (Na gut man musste mich auch nicht großartig überreden.)

Was man vor einer Fifty Shades of Grey-Vorstellung macht

Also gehe ich mit der lieben Applepia in den Kölner Cinedom (gibt noch andere Kinos, war das Naheste). Dort angekommen haben wir uns vorher noch einen Burger reingezogen, ich habe nach etwas zum Thema Passendes gesucht, aber es gab weder einen Wachs-und-Strafe-Burger noch Anal-Plug-Pommes. Aber auch bei dem Popcorn-Stand gab es kein schönes Merchandise dazu. Wieso gibt es nicht einen Strohhalm in Penisdildoform in meiner Cola? Den hätte ich der lieben Applepia auf jedenfall gekauft 😉

Ich hatte auch das Gefühl die Kassiererin im Kino für die Vorstellung hat leise in sich hineingelacht, als sie einen Mann das Ticket hat kaufen sehen. „Hihi, bestimmt zwingt ihn seine Freundin.“ Nä, ist ein Selbstexperiment du dusselige Kuh. Jedenfalls gingen wir popcornbeladen in die Vorstellung. Das Schöne, ich war nicht der einzige Mensch mit Penis, andere Leidensgenossen flätzten sich peinlich berührt in die schwitzigen Kinositze. Ok, los geht´s!

Tickets für die Vorstellung zu Fifty Shades of Grey
Tickets für die Vorstellung zu Fifty Shades of Grey

Was man für Trailer vor 50 Shades of Grey so bekommt

Applepias erster Kommentar: „Juhu, jetzt kommt ja nur frauenspezifische Trailer.“ Tja, leider wurde Sie enttäuscht. Es folgten eher Trailer in Richtung Fast & Furios 65 in der ein Auto von einem Hochhaus zu einem anderen in der Luft fährt. Sprich, Bäm Bäm Bäm. Dann gab es die Vorschau zu Pixels, den neuen Film von Adam Sandler, dem alten Filmverschandler, und Kevin „Doug“ James. Auch hier werden einem die Actionpassagen um die Ohren geballert, dass man eigentlich einen Betablocker einschmeissen müsste. Ansonsten gab es noch einen passenden Trailer mit „Der Nanny“, den Rest habe ich vergessen.

Aber was denken Sie sich so Werbeleute eigentlich? In 50 Shades of Grey wird’s wohl um Sexualität und irgendetwas mit Wachs, so dachte ich zu tun haben, gehen, dazu passend könnten Sie ja auch „The Fast and The Furios“ später mal schauen. Wie groß wird da wohl die Schnittmenge sein? Hm? Hm? Ich gehe ja auch nicht in den Dekoladen Depot und werde dann mit Werbung für große fette Autos zugeballert. Warum? Weil Menschen die sich für Blümchen aus Stoff als unterstützendes Element sich nicht für die Motorleistung eines Porsches interessiert.

Wie dieses 50 Shades of Grey schon am Anfang keinen Spaß macht

Und dann beginnt endlich der Film. Oder leider? Jedenfalls sehen wir diese unsichere Brünette mit dem schönen Namen Anastasia Steele. Das sie natürlich gleich auf Megageil-Christian-Grey trifft ist natürlich klar, aber ich habe mir im Inneren überlegt: Wenn die schon so einen plumpen Namen wie Steele für die weibliche Person haben, warum nehmen Sie nicht als Nachnamen für den männlichen Charakter „Hammer“? Bei einer Heirat würden Sie dann denn Doppelnamen „Steele-Hammer“ tragen. Wäre auch nicht viel weniger plump. Anastasia Steele geht unsicher den Gang zum Büro zu Christian Grey entlang um ihm als Reporterin für die Studentenzeitung Antworten zu brennenden Fragen aus einem der mächtigsten Männer rauszusaugen.

Aber – oh Nein – die Brünette ist so unsicher, sie muss an Ihrer Lippe unterkneten oder einen Stift dazu nutzen, auf dem auch noch Grey draufsteht. Wie subtil. Sie weiß nicht was Sie ihn fragen soll und er, Mega-Obermotz, Grey blafft sie so richtig an. Er ist aber auch ein arroganter Fatzke, nein, er muss sie weiter bedrängen und in gewisser Weise bloßstellen. Aber, irgendwie findet Sie ihn auch megasexy. Habe ich schon erwähnt, dass Anastasie Stele so unsicher ist, dass Sie beim Eintreten in Greys Büro direkt auf die Fresse fliegt? Jetzt habe ich es gesagt. Dass Sie ihn megasexy findet, sagt Sie auch ihrer guten Freundin Chantal (hab den Namen vergessen, wichtigstes Merkmal, die poppt erstmal alles durch), aber nicht einfach als Informationen, sondern mit diesem verschämten Ich-bin-so-unsicher-ich-kau-an-meiner-Unterlippe-Art. Und schön ist es ja noch später und damit spule ich mal kurz ein bisschen vor, wenn er rausfindet, dass sie noch Jungfrau ist. Ihre Begründung lautet: „Ich wollte auf den Richtigen warten. Sorry, irgendwo war da ein Klischee versteckt. Er sagt als charmanter Charmebolzen nur, dass er diese Situation bereinigen wird und rödelt sie erstmal gepflegt durch. Gentlemann halt.

Christian Grey, der unsympathische aber reiche Bekloppte und Anastasias Frauenbild

Ich rege mich schon wieder zu sehr auf. Aber leider könnte das an dem Frauenbild liegen das mir vermittelt wird. Im Film geht es letztlich darum, dass Christian Grey die olle Steele mal seinen Stiel zeigen will und sie ordentlich verkloppen will mit S-M-Zubehör aus dem Baumarkt, sie aber eine Beziehung mit Blümchen und Gemeinschaftskonto haben will. Das ist eigentlich ein interessanter aber zunehmend ausgereizter Konflikt, denn letztlich endet es bei dem typischen Dialog: „Ich will mit dir zusammensein, aber ich kann es nicht, denn ich bin nicht gut für dich!“ Na, kennt ihr irgendwoher? Während der Vorstellung habe ich mir vorgestellt dass Grey im Sonnenlicht glitzert und Appetit auf die Blutgruppe von Anastasie Steele halt. Na, ihr wisst Bescheid, oder? (Lösung: Twilight)

Christian Grey ist ein arroganter Fatzke, der Hubschrauber und Flugzeuge fliegen kann, dann kann er wunderbar Klavier spielen, kennt sich im Bereich Alkohol sehr gut aus und kann der Dame seines Herzens mit seinem Riesenbankkonto viele Geschenke zustecken. Wenn er sich mit Anastasie durch ein Parkhaus bewegt, fragt Sie: „Welches Auto gehört dir?“ Worauf er keck neureich durchblitzen lässt: „Alle.“ Von mir aus kann der gestörte Bubi mit Lederlust alle Autos der Welt haben, aber er denkt sich halt dass er das mit Menschen auch machen könnte. Und Anastasia lässt zu 99 % des Filmes immer wieder durchblicken, dass er Sie mit seinem Geld und seinem Protz wieder reinholen kann.

Ist es das was Frauen wollen? Kann ich ein Perversling mit der Neigung mir Orangen in den Pöppes zu stecken werden, solange mein Bankkonto prallgefüllt ist und ich meiner Angebetenen einen Apple-Computer und ein megateures Auto kaufen kann? Ist das die emanzipierte Botschaft des Filmes? Da musste ich kotzen. Eigentlich bringt mich Anastasia mehr zum Kotzen als der mit Geldscheinen gepuderte Grey.

Lichtblicke in 50 Shades of Grey

Mal was Positives: Es gibt ein paar lustige Momente, bei denen ich auch lachen musste. Hier ist natürlich manchmal so schwer zu unterscheiden ob ich lachen musste, weil das einfach so schlecht ist oder weil mal ein Witz funktioniert hat. Ein Beweis für einen schlechten Gag ist Greys toller Hinweis was er von Frauen möchte: „Ich schlafe nicht jemanden. Ich ficke.“ Plumpes Barbarengehabe in zwei handlichen Sätzen. Ansonsten ist es schwierig sich an richtige Gags zu erinnern, diese sind zumeist situationsgebunden. Der andere Lichtblick ist, dass sich Anastasia Steele sich nicht ganz Grey hingibt. Ich spoiler das Ende jetzt mal vorweg, also schaut mal woandershin: Am Ende des Films läuft Anastasia in den Aufzug und haut ab von Grey, weil der Sie ordentlich ausgepeitscht hat. Na wenigstens einmal in emanzipiert.

50 Shades of Grey für Männer?

Nein. Erst einmal die Frage, warum ist 50 so interessant? Ich habe die Theorie aufgestellt, dass der Roman in Frauen das Innere Ich anspricht, das gerne einen dominanteren Kerl im sexuellen Sinne hätte. Damit ist nicht unbedingt SM oder Bondage gemeint, sondern der innere Wunsch dass der Kerl mehr in die Hand nehmen soll. Keine Ahnung, wäre eine Idee. Der Film ist leider nichts für Männer, weil es einem als Mann wirklich die meiste Zeit das Gefühl gibt, dass man ein volles Portemonnaise für das Herz einer Frau braucht. Dann kann man auch der hinterletzte Spinner sein. Auch vom Anteil an skandalösen Szenen ist leider auch nicht so viel dabei, eigentlich wurde nur zwischendurch mal leider leicht rumgepeitscht. Mehr nicht. Ich hätte mich gefreut, wen Sie Grey noch bekloppter dargestellt hätten, so dass man noch mehr bemerkt, wie Gaga der ist. Gleichzeitig bekommt man nicht genug Infos zu seinem Hintergrund. Man weiß nur, dass seine Mutter eine cracksüchtige Nutte war und jetzt tot ist. Trotz des Konflikts dominanter Mann zu devoter Frau, häte ich mir von Anfang an eine weniger klischeelastige Version von Anastasia vorgestellt. Nicht diese typischen Mittel um etwas darzustellen. Oder auf der anderen Seite hätte ich mir auch gedacht, warum lässt die Olle sich das alles mit sich machen? Vielleicht habe ich da den Film nicht verstanden. Für Männer hätten wahrscheinlich die Vor-Trailer zum Film gereicht, das wäre ergiebiger gewesen als sich diesen Film anzutun.

 Bewertung: 2 / 10
Link zum Buch: Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen: Band 1 – Roman



Fifty Shades of Grey

Fifty Shades of Grey
1

Story

1/10

    Charaktere

    1/10

      Sex

      1/10

        Pros

        • - Bisschen Sex

        Cons

        • - Flache Charaktere
        • - Wenig Identifikation
        • - Zuwenig S und M

        Schreibe einen Kommentar

        Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *