Hack/Slash Omnibus Vol. 3: „Slasher mir die Manga-Augen, Cassie!“

Es ist wieder Zeit für ne Portion Hackfleisch von der lieben Helen Schrader. In unregelmäßigen Abständen schreibt Sie bei mir über Ihre Lieblings-Comic-Serie Hack & Slash. Diesmal verleibt Sie sich den dritten Omnibus. Wer mehr über Helens Lieblingsthema: „Urbane Trends und Entwicklungen“ wissen will, dem empfehle ich Ihren Blog UrbanFreak.de. Viel Spaß und Danke, Helen.

Hack & Slash Omnibus 3
Hack & Slash Omnibus 3

Spätestens wenn man sich Abends in einer Kneipe begegnet und feststellt, dass man ja immer noch nicht die dritte Rezension von Hack/Slash abgegeben hatte, die man im Dezember 2014 angefangen hat, ist es wohl an der Zeit sich an den PC zu setzen und einfach loszulegen. Hier ist also nun meine dritte Rezension zu der 5-teiligen Hack/Slash Omnibus-Reihe. Kurz nach der Veröffentlichung der Ablergerserie Hack/Slash: Son of Samhain (den ich auch schon mit Freude und am Stück gelesen habe), kommt also hier nach meiner Review zu Hack/Slash Omnibus Vol. 1 sowie dem Nachfolger Vol. 2 meine dritte Rezension für Basti.

Hack/Slash 3 und fehlende Kontinuität

 

Der dritte Teil der insgesamt fünf Bände beinhaltet die regulären Hack/Slash Ausgaben #18-32 sowie die Sonderbände Hack/Slash: Entry Wound, HACKoween sowie das Living Corpse Annual und erschien im Dezember 2010. Also ein klein wenig „shame on you“, wenn ihr die Reihe noch so gar nicht entdeckt habt. Aber gut. Gut Ding will Weile haben (so wie meine Reviews) und daher fasse ich doch kurz zusammen, worauf man sich bei Omnibus 3 freuen kann. – Oder auch nicht.

Vorab sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich den dritten Teil am schwächsten von allen fünf Sammelausgaben fand. Da sich das auch in dieser Review bemerkbar machen wird, sage ich es am besten vorab, denn vielleicht lag es ja auch einfach an diesem Umstand, dass ich für diesen Text mehr als ein Jahr gebraucht habe.

Seite aus Hack & Slash 3 Omnibus: Wanna play?
Seite aus Hack & Slash 3 Omnibus: Wanna play?

Im Buch werden ein paar neue Charaktere eingeführt, die entweder vorher mal kurz auftraten und ab dem dritten Teil in den Main Cast übergehen und natürlich die neuen „Big Bads“ der Ausgabe. Hier fängt aber schon mein Problem mit der dritten Ausgabe an. Während Teil 1 und 2 kurzweilig unterhaltsam und für meinen Geschmack auch sehr gute gezeichnet waren, ist der dritte Omnibus einfach in allen Bereichen ein wenig over the top.

Neben Samhain, einem Slasher der Black Lamp Society, der auch in den kommenden Teilen noch eine große Rolle spielen wird, kommen auf einmal auch alte Bekannte wieder, die eigentlich in den ersten beiden Teilen schon in die Slasher-Hölle zurück geschickt wurden. Für mich ist das einfach ein Stilbruch bei einer Comic-Reihe über Slasher-Slayer, der nicht hätte sein müssen. Hinzu kommt, dass man zu Beginn des Buches das Gefühl bekommt, dass eine Charaktere nur für zwei Teile „unterschrieben“ hatten. Ein Umstand, der bei einem Comic-Buch natürlich Schachsinn ist, an den man aber unweigerlich denken muss, wenn einige Charaktere auf fragwürdige und vollkommen überhastete Weise aus der Story verschwinden. Hinzu kommt die, für mich mehr als ungenügende Art von Bryan Baugh, der mit Daniel Leister nahezu den Rest der Ausgabe zeichnete. Sehr zu meinem Missfallen, da Manga-Augen und The Avengers Art-Concepts nicht wirklich zum Thema passen und gemeinsam schon gar nicht auftreten sollten.

Seite aus Hack & Slash 3 Omnibus
Seite aus Hack & Slash 3 Omnibus

Cassie Hack und die Slasher

Im Omnibus geht es größtenteils um die Black Lamp Society und deren Uber-Slasher Samhain. Beide geben einen etwas anderen Blick auf die Entstehung der Slasher und bringen somit einen kleinen Twist in die Geschichte, was nicht nur zu Spannungen zwischen Cassie und Vlad, sondern auch zu einem Überdenken der Aktionen seitens Cassie führt.

Aufgelockert wird diese eigentlich doch recht komplexe Geschichte durch viele Popkultur Referenzen, die von Buffy über Hellboy bis zu den Marvel Zombies reichen und stellenweise etwas überhand nehmen. Lustig waren der kleine Exkurs zu Archie. zwar sind die Archie-Comics in Deutschland bei weitem nicht so bekannt wie in den USA, aber auch ohne Vorwissen, lenkt dieser absichtliche Stilbruch bei Zeichnung und Coloration nicht zu sehr von der doch recht interessanten Geschichte ab.

Hack & Slash Seite 3 Omnibus: Gut angezogene Mumie
Hack & Slash Seite 3 Omnibus: Gut angezogene Mumie

Die Dialoge sind größtenteils wieder vom feinsten und führen dazu, dass man stellenweise laut auflachen muss, weil es eben nicht täglich in der Comic-Welt vorkommt, dass man eine Verbindung von H.P. Lovecraft und typischen Joss-Whedon-Buffy Dialogen vorgesetzt bekommt.

Und welches Pairing shipst du?

Neben der Slasher-Jagd sowie der Freundschaft zwischen Cassie und Vlad steht auch die Romantik bei all dem Blood & Gore im dritten Teil recht weit oben. Während Vlad seine Jungfräulichkeit ja im zweiten Teil „opfern“ musste und seitdem immer gut gestimmt ist, wenn es ihn und Cassie in eine bestimmte Gegend Amerikas verschlägt, bekommt Cassie eine Dreiecksbeziehung in „Greys Anatomy“ Maßen sprichwörtlich auf den Leib geschrieben. Neben Georgia, die wir noch aus dem zweiten Teil kennen, entwickelt sich im Laufe des Buches auch zwischen Samhain und Cassie etwas mehr als eine typische Slasher/Slasher-Slayer Beziehung.

Hack & Slash Seite 3 Omnibus: Kopfschmerztablette gefällig?
Hack & Slash Seite 3 Omnibus: Kopfschmerztablette gefällig?

Natürlich möchte ich darüber nicht zu viel verraten, denn Teil 4 und 5 kommen ja noch als Rezension. In jedem Fall wird hier allerdings der Grundstein für eine Nebenhandlung der etwas anderen Art gelegt, die hoffentlich in den kommenden Teilen nicht allzu viel Platz bekommen wird. Dazu dann aber in meiner nächsten Rezension, die diesmal auch nicht soooo lange dauern wird.

Hack & Slash 3 Omnibus: Gastauftritt Captian America?!
Hack & Slash 3 Omnibus: Gastauftritt Captian America?!

Positiv:

– Referenzen zu H.P. Lovecraft, Buffy, Marvel-Comics u.v.m.

– Längere Haupthandlung mit einigen Wendungen (Black Lamp Society)

– Interaktion zwischen Cassie und Vlad rückt in den Vordergrund, charakterliche Entwicklung

 

Negativ:

– Die Zeichnungen & die Coloration in ca. 70% der Geschichten

– Beliebte Figuren aus Teil 1 & 2 verschwinden schnell aus den Geschichten

– kaum Pooch

– zu viele Slasher mit Cameo-Auftritten

– Besiegte Slasher tauchen wieder auf und nerven etwas

 

Punkte: 5/10

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