Mein NaNoWriMo: Die lange Orknacht #1

Hallo zusammen,

wow, ich kann noch schreiben. Muss ich auch noch, denn ich mache wieder bei einem NaNoWriMo mit. Mehr dazu findet ihr auf nanowrimo.org.

Ich poste hier so oft wie ich es schaffe, den Teil der Geschichte, den ich bis jetzt geschrieben habe. Es ist die Erstfassung und Erstfassungen sind scheisse. Vielleicht mache ich damit anderen Schreibern Mut, dass das erste was man schreibt große Kacke ist und nicht der geniale Hirnfurz, den jeder bei Autoren vor Augen hat. Also sagen wir so, in dem Tempo, in dem ich bei diesem Schreibwettbewerb schreiben muss, ist es nicht möglich lange nachzudenken.

Ziel sind 50.000 Wörter in 30 Tagen, also im November, zu schreiben! Wer wissen will, wie es mir dabeigeht, der ist herzlich eingeladen, meinem DerCOMICer-Kanal auf YouTube zu folgen.

Und hier folgt jetzt der erste Teil meines Fantasyromans „Die lange Orknacht“. Viel Spaß!

Die lange Orknacht
Von Bastian Richelshagen

Kapitel 1

Tarok’ti’Kendar

Eigentlich ist es schon interessant wie sie mich damals wegen meiner Schwäche runtergemacht haben und heute kaufen sie bei mir Mittel um sich zu stärken. Dabei verkaufe ich nur Kräuter für die eigene Stärkung, sondern auch Bücher. Bei Büchern machen die meisten meiner Artgenossen einen fragenden fast schon hohlen Gesichtsausdruck, aber sobald sie anfangen zu flüstern, dann weiß ich das sie nur für ein bestimmtes Kraut zu Besuch gekommen sind.
Mein neuester Besuch aber windet sich erstmal. Es ist Horno’ti’Vallen, einer der Daros, der tumberen Sorte. Gerne auch mal spricht er mit Fäusten anstatt mit seinem Mund, weil er einfach nicht weiter weiß. Aber ich gebe zu  er kann wenigstens mit den Fäusten sprechen, während ich in dem Bereich der Gewalt noch nicht mal stottern kann.
Horno* geht in meinem mittelgroßen Zelt, von den anderen wird es immer nur „Frondar Gebe“ – mittelgroßer Scheiterhaufen  – genannt, umher.

*Alle Orks haben einen zusammengebauten Namen. Ihre Namen geben immer Auskunft, wer ihre Väter sind und ob sie männlich oder weiblich sind. Folgendermaßen ist ein orkischer Name aufgebaut: Wunschname des Kindes von den Eltern ausgesucht‘ ti (Sohn (männlich) des…..) oder ta(Tochter (weiblich) des……..)‘ Name des Vaters. Als Beispiel also bedeutet Tarok’ti’Kendar ist ausgeschrieben „Tarok, Sohn des Kendar“. Bei erstmaliger Erwähnung des Charakters wird hier der volle Name genannt, danach nur noch der Vorname (außer es ist wichtig zur Verdeutlichung)

Er tut so als würde er nur so herschlendern, was nicht die Art von den Daros ist, ein Rot-Ork würde sein Blick umherschweifen, aber Daros, die gehen zielstrebig auf etwas zu, nehmen es sich und gehen wortlos. Manchmal grunzen sie wenigstens. Ich warte einfach ab und warte darauf, dass er irgendetwas tut. Schließlich nervt selbst mich dieses Rumgesuche und ich frage ihn, ob er zufällig nach einem bestimmten Kraut suche.

Schlechte Idee.

Das Strohzelt bebt bei seinem Stampfer und er schnaubt verächtlich durch seine kleine Nase. „Du wagst es, den Sohn des Vallen, zu fragen, ob er ein bestimmtes Kraut wolle. Was denkst du dir?“ Das dir klingt eher wie ein langgezogenes diar. „Du willst wohl mir was unterstellen.“ Ich zucke wie immer zurück, obwohl ich das Ritual mittlerweile viel zu gut kenne. Da das Zelt eh nicht allzuviel Platz bietet, nimmt er versehentlich beim Auf-Mich-zu-Gehen ein paar Exemplare der Büchersammlung der Magiekunde mit und steht dann mit seinem 2 Meter großen muskelbepackten Körper vor mir.

Durch seinen blinden Zorn tropft ihm ein bisschen Speichel aus dem Mund, was auch gut zu seinem hohlen Gesichtsausdruck von vorhin gepasst hätte. Er beugt sich über den improvisierten Tresen und brüllt weiterhin auf mich ein. Wenn er keine Aufmerksamkeit erregen wollte, dann hat er jetzt wahrscheinlich das Gegenteil erreicht. Ich schau zu ihm auf und schlucke einmal lauf auf. Das war zu hören, denn mittlerweile wandelte sich sein Gebrülle in ein angestrengtes Starren. „Wo?“ sprach er für seine Verhältnisse leise aber immer noch erbost aus. Ich deute mit meinen Blicken auf den Tresen, er schaut kurz unter den Tresen, bei den kleine Körbe mit allerhand verschiedenen Kräutern gesammelt stehen. Ein Fest für magiefaszinierte Menschen.

Er nimmt seinen Kopf zurück und zeigt mit seinen dicken Pranken eine zwei, für zwei Beutel mit dem Fallumi-Kraut. Es ist immer Fallumi-Kraut. Er zahlt und steckt sich die zwei Beutel in einen größeren Stoffbeutel. Beim Rausgehen dreht er sich um und brüllt nochmal mit ausladenden Gesten, dass man ihn, Sohn des Vallen, nicht nach Kräutern oder Ähnlichem fragt. Er stapft raus und die Kombination von viel lautem Gebrülle und Stapfen, dass sich hier häufig abgespielt, hält die Strohhütte nicht mehr aus. Nachdem Horno raus ist, stürzt das Dach ein und ein paar Bücher und die Kräuter fallen auf den Boden.

Das Schlimme ist, hätte ich ihn nicht gefragt, wäre dieses Schauspiel trotzdem passiert, mit dem Unterschied, dass mir vorgeworfen worden wäre, dass ich nicht nach seinen Interessen gefragt hätte. Und das alles nur für Potenzkraut.

Inmitten des Chaoses sammle ich mein Hab und Gut auch wieder ein. Mein Zimbali-Horn finde ich in der Nähe des Tresens, es ist ein Minihorn und stecke es wieder ein. Schließlich muss ich die Kräuter auseinandersortieren. Dabei fällt mir auf, dass das wohl das letzte Fallumikraut war. Es finden sich noch zwei, drei kleine Kräuter auf. Die Kräuter werden für kleinere chemische und magische Experimente benutzt, die Grenze ist jedoch fließend. Mein Vorteil ist, dass ich das im Gegensatz zu den anderen Daro-Orks das weiß. Ich beschäftige mich nämlich mit allen was man an Wissen aufsaugen kann. Schon vor der Weihe habe ich mir das Lesen beigebracht und habe als ein eines meines erster Bücher, das Buch der Kräuterkunde gefunden. Es gibt soviele unterschiedliche Kräuter, dagegen sind die Orkrassen gar nichts gegen. Was Horno gekauft hat, ist vor allem für den Privatgebraucht gedacht.

In dem Kräuterkunde steht es etwas verschwurbelt, denn wir Orks lieben es über die unterschiedlichsten Gewaltfantasien zu sprechen, in vielen Details und sehr präszise, aber sobald es um private Dinge, die mit Liebe und intimeren Dingen, zu tun haben, verstummen die Gespräche. Peinliches Schweigen folgt dann zumeist. Und trotzdem gibt es sie. Die Hornos, Futus, Malleks oder Dröndas, die ihr Kraut bei mir holen. Darüber reden darf man nicht. Man sieht ja was dann passiert.

Ich merke, dass ich mir schon wieder in dem Kräuterbuch verliere und über den Hinweis, dass viele Kräuter noch unbekannt sind, nachdenke, als mir auffällt, dass der gesamte Mittelstamm der das Dach zentral hält, ebenfalls zu Boden gegangen ist. Ich fluche leise vor mich hin. Ich versuche unter den verbundenen Strohballen mich zu dem Zentralstamm zu bewegen. Der vordere Teil des Ladens müsste frei stehen, den Bereich mit autobiographischen Büchern und Geographielexikas über die Welt von Garotan. Sollte es wieder einen dieser Blutregen geben würde, würden diese beschädigt werden.

Ich krabbele zu diesem Stamm und versuche mich zusammen mit dem Stamm aufzurichten. Als ich versuche ihn mit aller Kraft hochzuheben, kommen mir wieder diese Erinnerungen hoch. Diese Erinnerungen an die Zeit vor und während der Weihe. Tage, an denen ich mich versucht habe. Tage, denen ich zeigen wollte, dass auch ich ein Ork sein kann. Stark. Wie ein kleiner Dorn im Gehirn fühlen sich diese Erinnerungen an und ich falle aufgrund des Gewichts wieder auf meinen Rücken. Ein Tragebeutel mit Kräutern fällt mir aus dem Gürtel und verteilt sich wieder auf den Boden. In der Nähe des Tresens sammle ich die letzten Reste ein, hinten liegen noch Rest des Kräuterchaoses. Ich habe keine Lust mehr und bin sauer auf den Stamm. Auf Horno. Auf mich.

Es ging nur darum ein Stamm hochzuhieven und nicht gegen andere zu kämpfen. Manchmal weiß ich nicht, was Heri´ta’Arka an mir hat. Der Gedanke würde ihrem Vater gefallen, wenn er noch da wäre. Wieder dieser Stich im Kopf. Ich krabbele unter dem zusammengeklappten Zelt heraus. Die vorderern Bücher liegen wirklich frei. Ich muss morgen Gerak’ti’Karan fragen, ob er mir beim Aufrichten hilft. Aber eigentlich will ich das nicht. Ich will es alleine schaffen. Heute Abend gibt es erstmal wichtigeres. Heri und ich haben Zeit  für uns. Die Kinder haben wir weggeben um Zeit für uns zu haben. Ich will Heri zeigen, dass ich ein Ork bin.

Ich bedecke die vorderen Bücherreihen einfach mit den Strohstreifen, die weiter hinter liegen. Wenigstens sind sie so vor dem Regen geschützt, wenn es soweit sein sollte. Ich muss nur noch Fallumikraut besorgen, um die Vorräte aufzufüllen. Und dann wird es romantisch. Mittlerweile verstehe ich die Männer hier in Daro, die Fallumikraut für sich nutzen. Wenn man Lust hat darauf zu zeigen, was Sie an einem haben und man sich fühlt als hätte ein Bär seine Pranke ins Gesicht gehauen, würde ich auch Fallumikraut nehmen. Irgendwie verspüre ich gerade Lust Fallumikraut zu nehmen.

Gerak’ti’Karan

Bis vor einen Tag war mein größtes Problem das meine Felle bei diesen feuchten Temperaturen nicht trocken werden. Jetzt sind die zwei größten Probleme Romi’ta’Tarok und Marna’ta’Tarok. Sagen wir eher Marna, denn die ist so hyperaktiv als hätte man ihr Kokakraut ins Brot gemischt. Die kleinen Kinder sind mein neuestes Projekt und zwar über Nacht. Es ist nicht meine erste Nacht mit Ihnen, aber das erste Mal seit dem sie im Alter angekommen sind, in dem  man denkt sie hätten ein Sack Hummeln im Arsch. Aber was tut man nicht Alles für den guten Tarok. Und Heri.
Aber ist schon interessant, wie die Prioritäten bei den Orks verteilt ist. Gestern ging ich nach einer Ratsitzung auf den Weg in meine Höhle.