NaNoWriMo Die lange Orknacht #4: Tarok vs. Arka

Ich muss 50.000 Wörter in 30 Tagen schreiben – das nennt sich Nanowrimo 🙂 Hier präsentiere ich euch die ungeschönte Rohversion von „Die lange Orknacht“ (meiner Geschichte) mit allen Fehlern. Wer von vorne lesen möchte, der klickt hier!

Gerak’ti’Karan

Ich nehme mein Wolfsfell und lege es um Marna, die langsam vor sich hinmurmelt und grunzt. Die letzten drei Stunden, in denen ich dem kleinen Heißsporn hinterhergelaufen bin, sind wie verflogen als ich sehe, wie sie vor sich hindämmert. Ihre größere Schwester Romi blättert in einem Buch von ihrem Vater. Ich hoffe die Nacht später wird ruhiger als der Tag. Als ein kleiner Speichelfaden über ihren Mund hinausläuft, erinnert mich das Boro, meinen kleinen Bruder. Und wie er trotz seines Temperaments nachts vollkommen fort war. In seiner eigenen kleinen Welt. Ich lächle und wende mich mit einem spitzen Stein einem Fell zu.

Tarok’ti’Arka

Ich habe die Faust geballt in einem meiner leeren Beutel und starre auf den Namen von Heris Vater. Seine Worte hallen in mein Ohr und trafen mich als nach dem Funkengewitter vor seinem Stamm angekommen bin.

Die Erinnerungen an Schmerz sind die klarsten im Kopf, darum erinnere ich mich an dieses eine Gespräch mit Arka’ti’Gitar. Ich hatte mich mit Heri ein paar Mal schon getroffen, mehr heimlich, denn Heri wusste nie wie ihr Vater reagieren würde. Es war eine Zeit, bei der ich langsam anfing, die Zeit nach der Weihe für das Sammeln von Texten zu nutzen, anstatt, wie es viele andere Daros tun, sich gegenseitig zu Trainingszwecken zu bekämpfen. Heris Vater war des Öfteren bei den Trainingsstunden vor der Weihe vorbeigeschaut und hatte sich für die Übungskämpfe interessiert. Mit im Schlepptau hatte er seine Tochter, die, wenn er sie aus den Augen ließ mit in die Übungsstunden eingriff.

In einen dieser Trainingseinheiten ging es darum nacheinander auf eine Strohpuppe, die einem Menschen nachempfunden wurde, einzuprügeln, bis sie abriß. Vor mir rissen Gorgo, Baran und Gerak die Puppe von ihrem herabhängenden Seil. Gerak verbog dabei sogar den Balken an den diese Strohpuppe hing, ich war fasziniert von seiner Kraft. Schließlich war ich an der Reihe.

Ich schritt schlurfend auf die Puppe zu, aus der Ferne sah ich Arka mit Heri näherkommen und sah Heri wie sie in ihrer wenig damenhaften schon fast Kampfanzug ähnlichem Anzug zum erdigen Acker ging. Sie stellte sich schon in der Reihe an, mit auf die übungspuppe einzuhauen, als Arka kurz etwas zu ihr rüberzischte. Dann begutachtete der General der Daro-Orks wieder die Reihe Kämpfer, die er schon von weitem fokussierte. Jetzt war ich dran, der aus seinem Schlurfgang in einen leichten Trab zu einem Sprint direkt auf die Puppe ansetzte. Ich nahm meine ganze Energie zusammen, hämmerte mit meinen Händen gegen den Kopf des neu aufgehangenen Trainingsobjektes. Ich schwitzte und versuchte meine spitzen Fingernägel auf das Seil zu konzentrieren, um mit Schärfe die Puppe abzubekommen. Als mir diese Idee kam, hämmerte ich weniger auf die Puppe ein und drehte mich in Richtung von Arka und seiner Tochter.

Ich erwischte ihn in dem Moment als er sich umdrehte und konnte einen kleinen Einblick in die Miene von Arka erhaschen. Seine Braue über dem Auge war leicht hochgezogen und er blickte runter auf den Boden, so als suchter er krampfhaft einen Punkt zu dem er lieber schauen würde.

Einzig seine kleine „kriegerprinzessin“ blickjte weiterhin in meine Richtung. Ich befürchtete sie würde sich ihrem Vater anschließen, aber ich sah in ihren Mundwinkeln ein kleines Lächeln.

Ein Lächeln und ein von mir weggedrehter Ork. Beide hatte ich dann noch häufig erlebt. Später trafen sich Heri und ich immer wieder heimlich, aber irgendwann musste sich das plappernde Ork-Gemauschel bis zu seinem Ohr vordringen. Als General dieser Ebene hatte man höchstwahrscheinlich mehr Möglichkeiten als wir wussten.

Ich hatte wieder einer dieser Übungsstunden hinter mir, in denen sich weiter zeigte, dass ich nicht mal bei Strohpuppen bleiben sollte, als ich auf dem Nachhauseweg zu meiner Höhle sich jemand von hinten näherte. Arka, den ich so lange von hinten und weggewendet sehen durfte. Kam jetzt mit seinem üblichen Stechschritt in meine Richtung, ich verlangsamte und grüßte mit dem förmlichen Gruß, den man einer Autoritätsperson aus dem Rat zeigen musste. Einem zeigen auf die Brust des Ratsmitgliedes und einer ausladenden Geste, die aussagt, das Alles das hier sein Land sei. Schließlich sprach er mich an und wies auf die übergroße Eiche, die auf dem Weg zu unserer Höhle als eine Art Wegweiser diente.

Wie ich hörte, war Arka nie zimperlich und das sollte ich auch damals merken. Als wir hinter der Eiche verschwanden, steckte Arka seine Kriegsaxt in dem Stamm direkt über mein Kopf. Ein paar Zentimeter weiter runter und ich wäre nun eine gespaltene Persönlichkeit bin. „Hör mir zu, ich will es kurz machen.“ Jetzt packte, nein krallte sich mit seinem riesigen Pranken in eine Seite der Schulter. „Blind bin ich nicht, du und meine Olif (daro-orkisch für kleine Frau, umgangssprachlich: Schatzkiste) sehen sich so an, dass auch ich davon etwas wissen muss.“ Nun schaute er von oben herab direkt in meine Augen, seine braune Augenfarbe pulsierte, als würden Adern im Auge anschwellen. „Und ich habe dich alleine gesehen, bei den Lektionen, die jeder von uns im Leben durchmacht. Du hast gegen die Strohpuppe gekämpft.“ Ich dachte es wäre eine Frage und nickte leicht nervös. Sprechen konnte ich nicht mehr. „ Und weißt du was? Der Sieger aus diesem Kampf mit der Puppe wäre meiner Tochter würdig ein Mann zu sein. Glaubst du zu wissen, wer mit ihr nach diesem Kampf zusammen sein müsste?“ ich versuchte mein Mund leicht zu öffnen, ein kleiner laut verließ mich, aber Arka war es egal, was ich antwortete, er hatte die Antwort schon längst.

„Heri, Tochter von mir , wäre jetzt mit einer Strohpuppe zusammen. Eine Strohpuppe zusammen mit der Tochter des Generals der Daro-orks. Dem Bezwinger der Menschen am Salbli-Fluß und dem Kriegsmeister der ganzen Orkschaft soll seiner Tochter eine Strohpuppe zuführen. Wie heißt dann diese Strohpuppe, Strohpuppe’ti’Arka, damit sie meinen Namen fortführen kann? Ist es das was du willst?“

„N-ne…“

Arka verzog den Mund zu einer wutverzerrten Fratze, die wahrscheinlich seinen Feinden sonst Angst einjagen sollte. „Nein, das kannst du nicht wollen!“ Er ließ langsam meine Schulter los, räusperte sich kurz und drehte sich mit einem unterkühlten Gesichtsausdruck zu mir zurück.

„Auch wenn eine Strohpuppe niemals würdig sein kann, würde ich sie trotzdem nehmen, denn du hast gegen sie verloren, du Wurm. Und wenn du mich nicht ganz verstanden hast…“

Er griff sich blitzschnell seine Axt, zog sie aus dem Baum heraus und schlug mit der Axt in meine Richtung, ich duckte mich, so schnell ich konnte, ein paar Zentimeter runter. Mit einem Krachen landete die Axt wieder in der Asche. Die Waffe war so tief in den Baum gehauen, dass der Steil der Axt nun auf meinem Gesicht lag, während sich über mir das Blatt der Axt befand. Die Wucht des Schlages ließ die Axt spürbar vibirieren und mein Herz pockhe so sehr, dass ich am Anfang erst ein zweimal aus Schock meine Nase gegen den Stiel der Axt drückte. Arka hatte sich, wie ich es schon kannte, einfach abgewandt und ging in die Richtung seiner Höhle. Doch ich hatte seine Worte nicht so schnell vergessen, vor allem zwei Worte nicht. Du, Wurm.

Und nun stand ich in der Halle der Entweichten, die Erinnerung war fast in diese riesige Halle projiziert worden. Die Wut, die ich damals gerne verspürt hätte, stieg in mir auf und doch hallte das Echo der Erinnerung in meinem Kopf. Du, Wurm! Heute war wieder einer dieser Tage, die man einfach konsequent aus dem Gedächtnis streichen sollte. Das zusammengebrochene Zelt, die zwei Wärter und diese unliebsame Begebenheit aus meiner Vergangenheit. Ich hatte das Gefühl in dieser Höhle redeten meine Zweifel durch Arkas Stimme in meinem Kopf. Wer bin eigentlich? Was findet Heri eigentlich an mir?

Vielleicht musste ich ihr einfach zeigen, was ich sein kann. Keine Strohpuppe, kein Wurm, sondern ein Ork. Ein männlicher Ork, der dir das geben was du brauchst. Stärke. Ich schaute mir Arkas Stamm an und auch hier wuchs überall Fallumikraut. In meiner Wut riss ich einfach ein Bündel in der Nähe heraus, ich war ja deswegen hierhergekommen. Diese kleine Tat gab mir kurzfristig einen Kick, dass ich es Arka irgendwie gezeigt hätte. Ich packte es in meinen Beutel. Ich ging durch die erleuchtete Höhle, die Funken stoben weiter in alle Richtungen und je weiter sich Tarok von dem Stamm entfernte, umso weniger hallte das Dröhnen der zwei Worte.

Ich kam an den steilen Abhang, den ich hochklettern wollte und hatte immer noch eine große Portion Wut in mir. Der Abhang war anstrengend, ich rutschte immer wieder leicht ab und hangelte mich mittlerweile mehr auf allen vieren aus der Höhle empor zu dem abgeschnittenen Fallumikraut. Ich fühlte mich einfach nur fertig. Ich keuchte und lag nun zwischen den abgeschnittenen Trieben. Bilder aus der Vergangenheit mit Arka und Heri kamen hoch, ihr süßes Lächeln und mein Kampf gegen eine Strohpuppe. Es war das erste Mal, dass ich meine Kunden verstand, die immer nach diesem speziellen Kraut verlangten. Ich fühlte mich am untersten Punkt meiner eigenen inneren Stärke und sah zu meinen Beuteln herunter. Ich entscheid mich für heute Abend für eine Abkürzung meine Laune wieder auf Trab zu bringen und nahm ein wenig Fallumi aus einem der Beutel. In dem oberen dunklen Teil dieses geheimen Zugangs sah ich kurz das Rot der Fallumipflanze, bevor ich es einnahm. Ich stand auf und ging heraus, draußen war es schon mittlerweile dunkel. Ich werde morgen dem Rat von diesem Zugang erzählen, aber jetzt wollte ich nur zu Heri und den Abend genießen. In meinem Magen gab es ein kurzes Ziehen, das wahrscheinlich von meiner Kräutereinnahme kam. Fallumi als Abkürzung für meine Laune genommen zu haben, würde ich bald schon bereuen.

Farfar’ti’Walla

Aus dem Tagebuch Farfar’ti’Wallas, 534. Umrundung Rot I Falons

  1. Eintrag

Heute war der Tag der Abreise. Und zu Anfang jeder Reise muss ich mich mit dem Rat treffen. Und der Rat besteht aus sechs Vertretern. Wer in diesen Rat kommt, macht dann jede Art Ork selbst aus, aber bei der Auswahl ähneln wir uns den Menschen mehr als uns lieb wäre. Meist sind es einfach die Söhne, bei den Rot-Orks der Kohleländer, sind es dann die Töchter. Und wie unterschiedlich wir sein können:

Gromk’ti’Suran ist Vertreter für die Daro-Orks, der zentralen von Höhlen gesäumten Ebene in der südlichen Hälfte Garotans. Zu jedem  Ehrenvollen Ratsmitglied wird ein General dazugezählt, denn jede bekannte Ork-Rasse oder Tauren hat eine Armee, die sich im Streifall mit den Menschen aufmacht als eine Einheit. General Karbosch ist Gromks General und leider auch der Vertreter mit der eingeschränktesten Wahrnehmung, zumeist ist Krieg sein Lösung für alle Konflikte.

Kilin’ta’Freya ist die Anführerin der matriacharchisch geführten Rot-orks, die sich vorwiegend in den Kohlefeldern aufhalten und vor allem für Waffen mit Feuer bekannt sind.  Generälin Burina unterstützt Sie dabei.

Marnom’ti’Ajax steht den Stein-Orks vor, die auch Tai’stons genannt werden, diese leben an den unteren Ausläufern des Golmoa-Gebirges vornehmlich auch in Höhlen.

Karan’tin’Ohan befehligt die sanfte, aber robuste Rasse der Tauren. Tauren leben vor allem auf großen grünen Wiesenflächen. Tauren sind eine Mischung auf Bulle und orkischem Blut. Sie haben die Treue den Orks geschworen, doch gibt es unter Ihnen auch verschiedene Rebellen, die vor allem durch längerfristige Beziehungen zu Menschen und anderen geprägt sind. Ein Glückj das mit Karan einer dieser „vernünftigen“ Tauren im Rat sitzt. Auch wenn wir beide einen längeren Weg zur Vernunft gehen mussten. Kiito ist ein General.

Palip’ti’Grodaz ist mit seinem Volk vor allem auf den vielen kleinen Inseln auf den riesigen Mermod beheimatet. Das Volk nennt sich Varitianer und ähnelt sich mittlerweile mehr Mischwesen aus Wassertieren und Orks. Vor allem sind sie für orkische Verhältnisse eher zurückhaltend in Kriegsführung und mehr Schleich- und Taktikexperten.  Palip hat als seine rechte Hand seine eigene Frau, die durch ihren Schuppenpanzer, den spöttischen Namen Fischfrau bekommen hat. Eigentlich heißt sie aber Myrna.

Als Letzter ist da noch Leiter der Patrono-Orks, Feli’tirin’Nibel,  die sich eher als loser Orkverband sehen und alle dörflich verstreuten Orks über ganz Garotan vertritt. Sie haben zusammen keine Armee und darum auch keinen General. Aber unter den Patrono-Orks gibt es den Betreiber der berühmten Zwei-Wege-Taverne, die auch meine erste Reisestation darstellt.

Wenn man Menschen ein bisschen davon erzählt, nicht zuviel, sonst geht einem General Kabosch direkt wegen Geheimnisverrat an die Gurgel, ist es witzig zu sehen, wie unterschiedlich wir sind, aber für menschen alle einfach nur Orks sind. Sogar zwischen Tauren und Orks wird nicht unterschieden, denn Tauren sind nur Pferde-Orks, Menschen haben es gerne so einfach.

Aber für uns gibt es auch nicht die Menschen, sondern König Wallon.

Für eine Diplomatenreise trifft man sich mit allen diesen Ratsmitgliedern, in dem Sitz des Rates in der Daro-Ebene, der Heimat mit der größten Anzahl an Orks. Es gab die üblichen Gespräche, wo die Route hergeht, wer alles mitkommt, dass von jeder Ork-Rasse eine Person dabei sein muss und so weiter und so fort. Der Einzige, der wie immer eine Unterhaltung mit mir alleine suchte und das nach dem offiziellen Boh’t’Reng (Sitzung des Rates im regelmäßigen Turnus der Rotzustände; ungefähr alle 40 Tage) war General Kabosch. Kilin’ta’Freya hatte sich gerade noch an mich rangemacht—- ich weiß das hält man wie immer für Prahlerei, aber die weiblichen harten Rot-Orks waren nicht bekannt für iurgendwelche Annäherungsversuche außerhalb ihrer Rasse, aber interessanterweise zwinkerte sie mir gerne in den Ratsitzungen ein- bis zweimal zu. Da sprach mich mit seiner tiefen röchelnden Stimme der General der Daro-Orks an. Kabosch war einer der älteren Mitglieder des Rates, aber ich kann mir vorstellen nach vielen weiteren Umrundungen, klingt seine Stimme nur noch wie dumpfes Grollen.

Er sprach mich wie immer förmlich an, Diplomat war eine neue Position und für mich wurde die Grußformel „Ehrwürdiger Weltenwandler“, in Orkisch „gori Varand“ festgesetzt, ich erwiderte mit der Grußformel für Mitglieder des Rates und machte ihm klar, dass ich gerne noch zuhörte.

„Bitte nehmt euch in Acht vor den Menschen und vor allem gebt Ihnen von uns nichts mit, was sie gegen uns verwenden könnten.“ Ich dankte Ihm für den Hinweis, nachdem er aber mich schon wieder verließ, verdrehte ich die Augen, denn selbst im Wortlaut war es haargenau dasselbe was er mir nach jeder Ratssitzung sagte. Als wäre ich ein unerfahrener Goi, der seine Weihe erst gerade hinter sich hatte.

Ich bin zwar Diplomat, aber ich weiß auch das es schwer ist zwischen Menschen und Orks. Und das sage ich als der, der zwischen diesen Welten wandeln darf. Die Menschen sind sehr vernarrt in ihre Erfindungen, Bauten, hab und Gut. Sie sind wie Vögel und bauen einfach Nester, in denen sie es sich einfach bequem machen wollen. Wir, Orks, sind wie Löwen, die einfach nur mehr Raum wollen. Orks ist der Kampf wichtig, sich beweisen zu dürfen. Eigentlich dürften Vögel und Löwen gar nichts miteinander zu tun haben, aber manchmal klettert ein Löwe gern auf einen Baum um einfach zu zeigen, dass er es kann, und schmeißt das Nest herunter. Und manchmal pickt der Vogel einfach gerne am Fell des Löwen herum, so dass der Löwe brüllen muss. Ich bin eigentlich dafür da, dass die Vögel in ihren Nestern hoch oben bleiben und die Löwen unten am Boden.

Karan hatte meinen Augendreher wohl bemerkt, denn er kam direkt nach Kabosch auf mich zu, richtete das Wort des Freundes an mich. Wir beide gingen aus dem Ratszelt und er machte sich ein wenig über Karboschs Ansprache lustig. Als wir uns meinem Zelt näherten, wurde er dann doch etwas ernster.

Er machte sich Sorgen, dass unter Kabosch, die jungen Gois noch brutaler vor der Weihe trainiert werden, man könnte sogar meinen gezüchtet. „Gerak meinte in einer der letzten Trainingsstunden wurden sogar einem jungen Goi die Hosen weggerissen. Natürlich ist Krieg wichtig, aber unter den ganzen Kindern wird es auch welche geben, die es nicht schaffen. Was soll mit denen passieren?“

Ich pflichtete ihm bei. „Aber wie können wir dem Rat beibringen, das Kabosch es zu ernst meint? Wenn ich aus Holonia zurückkomme, sollten wir uns überlegen, was wir da tun.“

„Wenn wir mit allen einzeln sprechen, aber das könnte als Schwäche angesehen werden. Wenn wir jetzt anfangen nicht nur in Frieden mit Menschen leben zu wollen, sondern auch untereinander versuchen Frieden zu praktizieren, könnte das als Schwäche ausgelegt. Du und ich wissen, es kann mehr geben, aber meinst du Orks wie zum Beispiel Kabosch verstehen sowas?“

Auch hier konnte ich ihm nicht widersprechen, vielleicht war mit meiner Stelle des Diplomaten mehr Umbruch als ich mir zugestehen wollte. Karan drehte sich von mir weg um zu gehen und noch im Gehen flüsterte er: „Und du weißt dass es mehr als Krieg geben muss…“

Ja, ich wusste das zu gut. Das würde noch eine Menge Arbeit bedeuten.