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Gastrezension: Hack/Slash Omnibus Vol.2 von Helen Schrader

Und sie macht es nochmal. Helen Schrader, Bloggerin bei UrbanFreak, schreibt heute wieder über Ihren Comicfavoriten Hack/Slash. Für unkundige Leser, stellt euch Buffy vor, nur sehr viel brutaler. Aber ich überlasse Helen das Wort und würde mich freuen mehr Gastrezensionen von euch zu bekommen. Schreibt mir einfach eine Nachricht an meine Emailadresse brichelshagen [ät] googlemail.com und dann landet eure Rezension in meinem Blog.

Da mein letzter Gastbeitrag anscheinend ganz gut angenommen wurde, habe ich Basti’s Angebot natürlich gerne angenommen und mich an eine Rezension zum zweiten Hack/Slash Omnibus gesetzt. Während es sich bei der Ansammlung an Stories im ersten Teil noch um Einzelgeschichten handelte, umfasst die Fortsetzung die fortlaufende Serie um Cassie Hack und Vlad sowie einige Leckerbissen, wie beispielsweise Gastauftritte von Herbert West und den Suicide Girls. Dazu aber später mehr, denn zunächst einmal, handelt das Heft von Teil eins bis 17 der Abenteuer vom Final Girl und ihrem Sidekick Vlad.

 Vom Re-Animator bis zu den Suicide Girls 

Der im September 2010 erstmalig veröffentlichte und über 400 Seiten lange zweite Omnibus von Hack/Slash bleibt seinem Motto auch im „Slashquel“ treu. Es gibt zwar selbst ausgedachte Charaktere (allen voran Acid Wash & die Neflords), aber es wird vor allem bei alten Bekannten der Genre-, Comic- und Horrorfilmreihen der letzten Jahre fleissig geklaut und übernommen. Genre-Fans können sich daher auf den Re-Animator Herbert West, die tätowierten Pin-Up Mädels der Suicide Girls und jede Menge weitere Gestalten freuen. Während unser Final Girl Cassie Hack mit Vlad quer durch die Staaten fährt und sie ganz im Stile von Supernatural ihre Fälle lösen, begegnen den beiden noch allerhand Skurilitäten. 

Von irren Psychologen und 99 Cent Stores

 Direkt die erste größere Geschichte hat es in sich. Nachdem Cassie zunächst von einem irren Psychologen gleich auf mehrere Art seziert wird und einiges ihrer Hintergrundgeschichte aufgedeckt wird, spielt Vlad den unscheinbaren Helden. Natürlich wieder auf seine ganz eigene Art und Weise. Immerhin fällt unser großer Freund gerne mal etwas in der Öffentlichkeit auf. Gasmasken im Diner um die Ecke helfen nicht gerade dabei Freundschaften zu knüpfen. Dank seines charmant naiven Auftretens meistert er aber jedwede Situation, rettet Cassie und schlägt sich danach sogar noch relativ gut beim Unterwäsche Shopping im 99 Cent Store.

 Acid Wash und Margaret „Georgia“ Crumb 

Wie der Stunt im 99 Cent Laden zeigt, befinden sich die beiden Helden der Geschichte mal wieder in Geldnot. Ähnlich wie so viele Parallelen zum Whedonverse und Buffys Leben, scheint sich die dauernde Rettung der Menschheit nämlich auch für Cassie nicht auszuzahlen. Aber wenigstens hat sich die „Scooby“-Gang seit dem ersten Omnibus dank des Chucky Zwischenfalls vergrößert, weshalb ein uns bekannter Chris Krump kurzerhand als Retter aus dem Off einspringt. – Er hat die Hack/Slash Inc. gegründet und sucht nun die Events der etwas besonderen Art für Cassie und Vlad heraus. Daher geht es für beide zum Acid Wash Konzert nach Florida. 

Dort angekommen retten unsere zwei Helden erst einmal die unscheinbare Georgia aus den Fängen einer etwas verwirrten aber recht renitenten älteren Frau. Kurz nachdem man sich also kennen gelernt hat, lädt Georgia Cassie und Vlad zum Brunch ein. – Nebenbei in dem Stripshuppen in dem sie arbeitet. Gemeinsam beschließen die drei Abends das Acid Wash Konzert in der Stadt zu besuchen. – Und unsere Geschichte nimmt ihren Lauf. 

Gedankenkontrolle und Nef 

Ganz dem Cosmicism von H.P. Lovecraft entliehen, werden auf dem Konzert direkt (fast) alle Jungfrauen in eine kosmische Parallelwelt entführt. Na ja, zumindest die weiblichen. Denn Vlad darf nicht mit, während sich Georgia und Cassie in der Welt von Nef wiederfinden. Während Cassie und Georgia schnell selbst auf die Idee kommen, dass die Entführung etwas mit ihrer „Unbeflecktheit“ zu tun hat, überlegen sie kurzfristig, das ganze „gemeinsam“ hinter sich zu bringen. Aufgrund der gefesselten Hände und der räumlichen Entfernung entpuppt sich das Unterfangen jedoch als etwas umständlich. Aber Hilfe ist ja schon unterwegs. Immerhin sucht Vlad auf der Erde nach potenziellen Balzpartnerinnen um einen Rettungsversuch in der anderen Dimension ungefährdet zu überstehen. Schließlich kann er seine zwei Freundinnen wesentlich besser retten, wenn er „den Sex“, wie er sagt, endlich hinter sich gebracht hat. Viele verzweifelte Groupies, jede Menge Prep-Talk von Chris und noch mehr Bier (für Vlad) später ist es dann auch endlich vorbei und Vlad kann sich auf den Weg nach Nef machen.

 Hach/Slash wäre aber natürlich nicht Hack/Slash, wenn unsere Heroine einfach auf ihre Rettung warten würde. Gemeinsam mit Georgia schafft sie es auf doch sehr amüsante Art und Weise der Alternativwelt zu entfliehen und gemeinsam mit Vlad die Band Acid Wash in das Reich der vielen anderen vergessenen 90er Jahre Bands zu befördern. 

Von Düsteren Legenden und Mädcheninternaten 

Frisch aus Nef zurück, geht es für Cassie in die Schule. Einige Mädchen sind verschwunden und dank ritueller Funde auf dem Campus erwarten Cassie und Vlad natürlich einen Slasher. Während sich Cassie also mit so weltbewegenden Fragen beschäftigen muss, ob sich wohl alle Mitbewohnerinnen am College „so toll“ miteinander verstehen, wird der Campus unsicher gemacht. Das der okkulte Club, der im Laufe des Abenteuers aufgedeckt wird, natürlich dem feuchten Traum eines 16jährigen entsprungen scheint, überrascht zwar nicht besonders, sorgt aber für jede Menge Lacher beim Lesen. Tim Seeley schafft es eben immer wieder, dass Offensichtliche mit einem Twist zu versehen und den Leser zu unterhalten. 

Heißt deine Freundin zufällig Buffy?

 Direkt nach den Frauenproblemen am College suchen Cassie und Vlad nach Informationen zu Cassies Vater. Immerhin könnte dieser etwas Licht in Cassies dunkle Vergangenheit bringen. Schließlich ließ er sie aus ungeklärten Gründen mit der seelisch nicht ganz gesunden Mutter allein. Leider verläuft auch dieser Trip nicht ganz ohne Umwege und so müssen kurzerhand noch die Suicide Girls gerettet werden. Ein Slasher hat es auf die Pin-Ups abgesehen und täuscht nun den einen oder anderen Selbstmord unter den tätowierten Damen vor. Ein Problem, dem sich Hack/Slash Inc. quasi im Vorbeiflug annimmt. Es gibt zumindest für Cassie wichtigeres zu tun. – Georgia retten zum Beispiel. 

 Allerdings sehr zum Missfallen von Vlad. Dieser glaubt nämlich, dass es Cassie eigentlich nur um „den Sex“ mit Georgia geht. Daher hat der stoische Riese etwas Angst um seine Zukunft als Cassies bester Freund. Ein Dilemma, das Vlad gerne und oft in dem Heft anspricht und das zu den lustigsten Unterhaltungen zwischen den beiden führt. 

 Aber gut. Von nun an geht es Schlag auf Schlag und der Omnibus zeigt, wie komplex man einen Comic so schreiben kann. Georgia ist in Gefahr und ruft daher ihre beste Freundin Buffy, äh Cassie an. Während Cassie und Vlad zu Hilfe eilen, entdecken Chris und Lisa mit Pooch einen Handlanger der Neflords, Cassies Vater befindet sich in Gefahr, Delilah Hack macht einen Cameo-Auftritt und niemand weiß mehr, ob er sich noch in Kansas befindet. 

 Das Familientreffen der besonderen Art 

Wie es der Zufall nämlich so will, befindet sich Georgia am Drehort einer etwas spezielleren Fassung von „Der Zauberer von Oz“, während Mr. Hack einen Doktor namens West kennenlernt. Aufgrund einer Liste mit potenziellen Männern, die ihr Vater sein können, wissen unsere beiden Hack/Slash Freunde schnell, dass sie sich ganz in der Nähe eines potenziellen Vaters befinden. Daher wird der nächste Roadtrip angegangen und der Mann auf dem Zettel gesucht. – Alles natürlich, während sich die Lovecraft-artigen Monster auf den Weg machen, die verhasste Cassie Hack auszulöschen. Es könnte ja Langeweile bei den Protagonisten aufkommen. 😉 
Wie diese drei Geschichten jedoch zusammenfinden und ausgehen, das erfährt man erst im dritten Teil der Hack/Slash Omnibus-Reihe und somit auch erst in der nächsten Rezension. 

 Positiv: 
– eigentlich alles, was in der ersten Rezension schon gesagt wurde. Natürlich aber ganz im Sinne eines Sequels: bigger, better, faster. 
– fortlaufende Handlungsstränge, die in den meisten Fällen sehr gut ineinander finden.
 – eine Entwicklung der Charaktere über mehrere Geschichten, interessante Einblicke in Cassie’s früheres Leben 
– Pooch 

 Negativ: 
– ein, zwei Geschichten (z.B. Taber) hätte man sich sparen können
 – ab und an hätte es auch ein Slasher weniger sein können
 – einige Geschichten gefallen mir vom Zeichenstil nicht wirklich. 

 Punkte: 9/10

Hast du gesündigt? – Rezension zu JUDGE Nr.1

Rückseite von Judge Band 1 (Ausschnitt)


Ein Mann mit riesigem Hasenkopf glotzt einen mit unschuldigen großen roten Augen an und drüber steht in roten Lettern: „Hast du gesündigt?! Hoffentlich nicht …denn hier kannst du nichts verbergen!“

I can be a Hiro….

Da macht der Manga mit seinem Cover und seiner Aufmachung schon neugierig. Und auch der weitere Einstieg scheint interessant. Erstmal wird man in eine kleine Beschreibung einer Beziehungssituation reingeworfen, in der Hiro dafür sorgt, dass der Freund seiner Schwester von einem Bus überfahren wird. Er hat also schon einmal ordentlich Mist gebaut und es läuft dann auf eine Art Gerichtstribunal hinaus, in dem die Beteiligten Tierköpfe tragen. Aber bis man erstmal alles versteht, das dauert ein kleines bisschen, da man immer nur soviel wie Hiro weiß. 

Gezeichnet fürs Leben

JUDGE ist ein Manga und dementsprechend auch in verkehrter Leserichtung. Aber Mangleser kennen das Prinzip. Positiv fällt in dieser Serie auf, dass es keine Übertreibung der Gesichtsausdrücke gibt, wie sie bei emotionalen Darstellungen in Mangas gerne eingesetzt werden. Dafür werden des Öfteren mal Soundwords benutzt, die aber den Lesefluss nicht stören. Zwischendurch fiel es mir schwer die einzelnen Meschen zu erkennen, entweder sie hatten ähnlich gestaltete Tierköpfe oder ähnlich gestaltete Menschenköpfe, die man nur an den Frisuren auseinanderhalten konnte.

Wie sie sehen, sehen Sie SAW

Die Stimmung des Mangas ist sehr düster gehalten. Die Farbzeichnungen zu Anfang hätten nicht eingefügt werden müssen, denn die schwarz-weißen Strichzeichnungen bringen die Bedrücktheit perfekt rüber. Es gibt die Andeutung von Blut und Gewalt, aber sie wird nicht explizit gezeigt, trotzdem finde ich die FSK16-Auszeichnung sinnvoll, da das Thema des Mangas eher erwachseneren Personen zugänglich ist. Vom Grundgedanken her ähnelt JUDGE der Horrorreihe SAW, denn auch hier gilt für die Kandidaten des Tribunals eine tödliche Aufgabe zu bestehen. Ich empfehle den Manga, denn ich finde die Aufmachung und die Fragen, die aufgeworfen wurden so interessant, dass ich mir auch die Folgebände kaufen würde.

Positiv:
– Interessante Geschichte
– Düstere Grundstimmung ohne übertriebene Manga-Mimik

Negativ:
– Köpfer der Personen nur durch Frisuren unterscheidbar
– Farbseiten unnötig

Bewertung: 8/10

Link zum Manga:
http://www.carlsen.de/taschenbuch/judge-band-1/20935#Inhalt