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„Klingonisch wie in Star Wars“ – Aufgezeichnet.tv mit Hella von Sinnen am 6. Februar – Erfahrungsbericht

Aufgezeichnet.tv Set in der 1.Etage der Ludwig Buchhandlung
Dasselbe mit Beschriftung (entschuldigt die Bildqualität)

 

Es ist richtig schön, was für einen Ideenreichtum der Autor von SAGA hat, er benutzt sogar eine von Esperanto inspirierte Sprache. Er hat genauso eine Sprache eingebracht wie Klingonisch in Star Wars, so ungefähr könnte man Hella von Sinnen bei einer Aufzeichnung eines Aufgezeichnet.tv-Comic-Talks zitieren. Und sofort kam der nerdische Buh-Reflex. Hella schaut irritiert in die Menge und macht ein sehr fragendes Gesicht. Natürlich rettete sie sich wie immer raus, aber ansonsten gab es auch keine großen Fauxpas bei diesem Comic-Talk mit Ralf König, Daniela Winkler und Kai Meyer.

 

(Achtung: Das ist alles nur ein Gedächtnisprotokoll, sollten grobe Schnitzer auftauchen, bitte sofort melden)

 

Die Ludwig Buchhandlung lädt ein – die Nerdmeute folgt

 

Natürlich fing man nicht pünktlich an. Und klar gab es ein paar wichtige Anforderungen gegenüber dem Setting. Wichtiges Detail war zum Beispiel der Strohhalm in einem der vier Trinkgläser. Es durfte nur dieser eine Strohhalm sein, das war eine Bedingung der Gäste, so eine Insiderin. (Diesen Satz wollte ich schon immer mal schreiben, weil er bei der InTouch 60 % aller Quellenangaben ausmacht) 

 

Aber selbst solcherlei Skurrilitäten konnten den Abend nicht toppen. Schliesslich ploppten hier und da mal die Beteiligten schon vorher auf und verschwanden kurz darauf wieder. Bis schliesslich der Regisseur, Carsten Meissner, auftrat und obligatorische Aufnahmen vom Publikum forderte. Da ich das schon von TV-Aufzeichnungen kannte, klatschte ich routiniert mit runter. Natürlich musste ich ein paar „Arriba“-Rufe einstreuen. Und dann kam Hella, die mit einer liebevollen Begrüßung die Zuschauer begrüßte. Ihre Formulierung „liebe Netzstecker“ anstatt „liebe Nation“ erwärmte das Publikum sofort. Und dann ging der Talk auch schon los.

 

Bunt schillernde Gäste von blauen Haaren bis zum Wolkenvolk

 

Nochmal zu den Gästen: Ich fange mal mit der Dame an. Daniela Winkler, war mir bis zu dem Zeitpunkt leider nicht bekannt, ein hilfsbereiter Nachbar klärte mich aber zu ihren Comicveröffentlichungen auf. Ihr Manga (ich bin mir nicht sicher, ob man in Europa Euromanga sagt, da nicht aus Japan) „Grablicht – Band 1“ gewann den hochdotierten Max-und-Moritzpreis. Ihre frischen jungen Einsichten waren des Öfteren hilfreich, wenn die anderen Gäste nicht mal einer Meinung waren. Schönstes Erlebnis war, als Hella zu sich selber meinte „Die Dicke hat sich vorbereitet“ das Daniela sich angesprochen fühlte und auch direkt mal anführte, dass sie sich natürlich vorbereitet hatte.

 

Kai Meyer war mir vom Namen und den Fantasy-Publikationen schon her bekannter, darunter „Das Wolkenvolk“, ich selber, und Hella ebenso, hatte noch nie was von ihm gelesen. Schönster Moment war, dass Hella meinte, er hätte 50 Millionen Bestseller verkauft hätte, Kai sie aber verbessert und meinte er hätte nie soviele verkauft. Da meinte Frau von Sinnen dass er 50 Bücher geschrieben hätte.

 

Und schlussendlich Ralf König, der Knollennasenspezialist und einer der bekanntesten schwulen Comiczeichner, der selbst gerne über homosexuelle Themen zeichnet. Man bemerkte, dass Hella und Ralf sich freundschaftlich zugetan waren.

 

Die fantastischen Vier: Saga, Calvin und Hobbes, Blau ist eine warme Farbe, Daytrippers

 

Zuerst begann die Runde mit Daytrippers einem Comic, den ich ein Tag zuvor extra gekauft hatte um beim drei Viertel der Comics mitreden zu können. In Daytrippers geht es um einen Autor von Nachrufen in der Zeitung, der immer wieder mit Tod konfrontiert wird. Was mir beim Lesen aufgefallen war und was interessanterweise sofort von Ralf König angesprochen wurde, war die Lobhudelei am Anfang des Bandes, die eine riesige Erwartungshaltung im Leser aufgebaut hat. Während Ralf König und Kai Meyer viel zu kritisieren hatte, blieb Hella vollauf begeistert von dieser Lyrischen Comicreise.

 

Im Anschluss wurde mein persönlicher Lieblingscomic beschrieben: Calvin und Hobbes. Bei allen vier Sprechenden kam hellauf Begeisterung auf. Interessant wurde es bei dem Thema Merchandising. Während zwei der Gäste + Hella die Einstellung des Autors Watterson gegenüber Verbot jeglichen C.-u.-H.-Merchandisings positiv gegenüberstanden, argumentierte Daniela Winkler damit, dass nur Menschen mit genügend anderen Einnahmequellen sich das leisten könnten. Grundsätzlich könne sie seine Einstellung aber nachvollziehen.

 

Als Drittes lief „Blau ist eine warme Farbe“ auf. Den kenne ich jetzt nicht, aber auch hier kam eine ausführliche Diskussion zum Thema Homosexualität auf. Jedoch fanden die meisten den Comic als zu vorhersehbar. In dem Comic geht es klassisch um ein Coming Out, in dem Fall im lesbischen Milieu.

 

Zuletzt nach einer kleinen Erfrischungspause, mit Hella schön barsch mit den Worten „Hier kriegt man ja keine Luft“ unterlegt, ging es um Saga. Hier waren sich fast alle einig über die Schönheit des Werkes, bis auf Ralf König. Der hielt gar nichts davon und es sei alles nur eine Vermischung von Versatzstücken. 

 

Ende Gelände mit großem Dank auf beiden Seiten

 

Hella verabschiedete sich mit großem Dank und in ihrer bekannt liebenswürdigen Art vom Publikum und alles im allem hörte man von Teilnehmern auch nur positives Feedback. Hella hat versucht sich auf einem Minenfeld (siehe Star Wars und Star Trek) so vorsichtig wie möglich für eine „dicke Tante“ (Selbstzitat Hella). Und sie hat es sehr sympathisch gemacht und auch die Gäste haben interessante Einsichten zu den Themen beigesteuert. Also Hut ab, liebes Aufgezeichnet.tv. Bitte mehr davon!

 

Sobald das Webvideo da ist, poste ich hier den Link.